67°N

Also in Arvidsjaur war ich dann noch Langlaufen, nur 10km, aber bei -27°C lang genug. Es dauerte auf jeden Fall eine Weile, bis ich wieder aufgetaut bin ;-). Am nächsten Tag wollte ich es noch einmal versuchen. Aber es kam anderst.

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Es ist noch einmal kälter geworden, scheinbar sind wir hier auf der Suche nach dem absoluten Nullpunkt – nur noch 240° – go for it … ;-).
Also bei diesen Temperaturen bin ich dann doch nicht nochmals auf die Ski, sondern habe einen Spaziergang um die gefrorenen Seen gemacht. Nach 5Minuten sind wir die Wimpern zusammengefroren, so dass ich kurzzeitig die Augen nicht mehr ganz öffnen konnte. Der Deckel meiner Freitag Tasche war so steif, dass er Waagerecht stehen blieb – beim ganz schliessen dachte ich, der bricht ab. Die Handschuhe waren ebenfalls steif gefroren. Spannend ist das ja schon, was da alles passiert. Aber die Luft war glasklar und die Landschaft wieder traumhaft.

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Dann geht es weiter in Richtung Jokkmokk und damit über den Polarkreis. Hier habe ich das Samische Museum besucht und bin durch das Städtchen geschlendert – ich war der Einzige. Im Cafe dann allerdings nicht mehr. Hier hab ich mal wieder wild übernachtet mit einer Aussicht, die auch nicht schlecht war.

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Am nächsten Morgen war meine Starterbatterie dann komplett entladen, weil ich die Standheizung im Dauerbetrieb ca. 14 Stunden laufen liess. Kein Mucks beim Startversuch des Motors. Bei wieder eisigen Temperaturen bringt eine Batterie schon nicht mehr so viel Saft. So konnte ich wenigstens mein Notfallszenario testen und nach ca. 3h – tadaa – Motor läuft wieder und damit kann alles wieder aufgeladen werden. So geht es dann wieder durch Winterlandschaft weiter nach Gällivare.

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62°N

Nach einer Woche Abstinenz hier nun mal endlich wieder Internet und somit die Möglichkeit, wieder einmal einen Post zu machen.
In der Zwischenzeit bin ich also von Winterthur über Dessau nach Kiel gefahren und bin dort auf die Fähre gefahren. Der Riesenkahn fasst ein paar Hundert Autos und LKW’s – wir waren nur ca. 40. Dementsprechend leer war dann auch das ganze Schiff. Ich hatte zum Teil das Gefühl, ich hätte eine Evakuation verpasst. Aber das Schiff ist nicht voll Wasser gelaufen – obwohl es für seine Grösse ziemlich geschaukelt hat – und ich bin gut in Oslo angekommen. Aber was ist das? Alles Grün!!! Nicht EIN Flecken Schnee hat es hier. Mann, da hätt ich auch zu Hause bleiben können. Die Zöllner meinten noch, schlechtes Jahr für Schnee ….
Ich bin dann erst mal Losgefahren – immer nordwärts – bis mich dann der Winter doch gefunden hat. Nach 4h fahren im Grünen bin ich nahe der Schwedischen Grenze mitten in einen Schneesturm gefahren. Die Strassen waren vereist – ich noch ohne Spikes – und es hat geschneit wie blöd. Gelandet bin ich dann mitten in der Nacht – also so um 16Uhr 😉 – in Sølenstua. Essen, schlafen.
Das Gerutsche wie gestern wollte ich auf keinen Fall nicht mehr, also mussten die Spikes rauf – 150Stück … PRO REIFEN! Meinen Akkuschrauber musst ich bei den eisigen Temperaturen und Schneegestöber zweimal aufladen und gedauert hat die ganze Prozedur einen ganzen Tag – von Dunkel bis Dunkel – also von ca. 10 bis 15Uhr. Am Schluss war es dann aber doch geschafft.
Am Sonntag ging es dann weiter in Richtung Schweden – der Skiort Idre war das Ziel. Die Sonne war da und die Landschaft absolut traumhaft. Alles frisch verschneit und die Luft glasklar. In der Nacht hat es weiter abgekühlt – nun sind wir bei -27°C.

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Vorbei an gefrorenen Seen, einem Elch, Rehe bin ich die kurze Strecke nach Idre gefahren. Noch immer unter 20° Minus. So langsam machen sich die Probleme bemerkbar. Nicht beim Fahrzeug an sich – Auto und Heizung laufen gut, aber die grosse Eingangstür, resp. der daraus entstehende grosse Rahmen ist wie bei einem Kühlschrank weiss vereist. Und diverse kleine Plastikteile fallen einfach ab, weil sie mit der Kälte keine Bewegungen vertragen. Im grossen uns ganzen funktioniert aber das Meiste.
Nicht schön war die Entdeckung heute morgen. Den Ersatzkanister, den ich noch mit Wasser gefüllt hatte, war nur noch halbvoll – ich hatte aber noch kein Wasser daraus entnommen … wo ist das Wasser? Ich habe es dann hinter den Küchenaufbauten in Form von 5kg crushed Ice wieder gefunden …. den heutigen Tag habe ich also damit verbracht, die Kabine wieder trocken zu legen. Dafür ist nun die Tür abgedichtet und ich gehe Nachtschiifahren. Ich werd mich wohl gut einpacken müssen …

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Der Umbau (Teil 2)

Es ist soweit mal vollbracht. Im letzten Blogeintrag habe ich erzählt, wie das mit der Isolierung so geklappt hat. Als Resultat hatte ich danach eine schwarze Höhle. Das konnte man natürlich auf keinen Fall so belassen. In mühsamer Kleinarbeit habe ich die weissen Panels auf die Schwarze Isolation geklebt – das war vielleicht eine Sauerei.

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Mit der Schräge habe ich ein Aluminiumprofil mit Isolation eingepackt. Dieses Profil stellte eine Kältebrücke dar und war regelmässig nass oder im Winter gar gefroren. Zum einen ist so eine Brücke kältetechnisch nicht so toll und zum andern besteht die Gefahr der Schimmelbildung. In der Abschrägung habe ich dann noch zwei Lampen untergebracht. Fertig sieht das Ganze dann nun so aus.

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Damit es so richtig gemütlich wird braucht es natürlich noch ein paar Polster auf den harten Holzbänken. Vielen Dank an meine Mami für die professionelle Näharbeit. Zusammen mit meinem Tisch sieht die Ecke ganz gut aus.

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Der Tisch kann bei Nichtgebrauch platzsparend verstaut werden.

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Dann ging es ans testen. Dafür bin ich ein paar Tage ins Engadin gefahren und habe der Kabine noch den vorerst letzten Schliff verpasst. Leider war es nicht ganz so kalt – lediglich minus 16 Grad hatte ich einmal. Es hat alles geklappt. Die Heizung hat munter vor sich hin geschnurrt und in der Kabine war es schön warm.

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Zurück ging es dann über den Julier und auch auf über 2200 Meter über Meer hat die Heizung problemlos gezündet – von wegen, nur bis 1500 …

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Und heute, ja heute war packen angesagt, denn morgen Montag geht es los … 🙂