Fire & Ice (Teil 1)

Es ist schon wieder eine ganze Weile her seit meinem letzten Eintrag hier. Na dann mal los …

Der Sturm hat sich dann also doch mal noch gelegt und so bin ich aus meinem sicheren Versteck hervorgekommen und konnte die weiteren Schönheiten des Landes bewundern. So wie hier den Dettifoss.

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Gewaltige Wassermassen oder eher Gletschermilch (oder noch besser Ovi) schiessen unaufhörlich in die Schlucht runter. Wenn man den Dettifoss googelt, stösst man auf den folgenden Absatz in Wikipedia:
Der Dettifoss ist der größte Wasserfall im Nordosten Islands und durch die Kombination aus Volumenfluss und Fallhöhe, knapp vor dem Rheinfall, der leistungsstärkste Wasserfall Europas.“ … als Schaffhauser hat man daran natürlich keine Freude … mist aber auch …

Mit dieser Niederlage in den Knochen geht es zurück in Richtung Süden um die paar Kilometer auf der Ringstrasse zum Myvatn zurückzulegen.
Noch vor dem Myvatn komme ich aber noch am Hochtemperaturgebiet Namaskard vorbei – es stinkt schon von weitem nach faulen Eiern und eigentlich will man einfach weiter fahren. Aber ich finde solche Dinge sehr spannend und somit heisst es raus in die Stinkluft.
Hier brodelt, blubbert und faucht es zur Erde raus. Spannend. Und ich Frage mich, was wohl passieren würde, wenn man dort wo es zur Erde herausdampft, einfach mal ein Loch graben würde. Ich stelle mir das als dünne Erdschicht vor und darunter hat es einen See aus glühender Lava – würde sicher schön aussehen … aber vermutlich warm … und gleich nebendran steht noch der Vulkan Krafla, bei welchem man sich nicht fragt, ob, sondern wann er ausbricht – er ist überfällig … hmm … vielleicht doch besser kein Loch graben …

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Das Farbenspiel ist faszinierend … und der Wind ist wieder mal sehr dominant. So dominant, dass ich mich hinreissen lasse, ihn anzuschreien, ob er denn auch mal normal tun könne … dies sogar noch auf Video aufnehme … worauf aber nur der Wind zu hören ist … jajaja … lassen wir das.

Was gibt es sonst noch? Da wär noch diese Höhle. Ein unscheinbarer Spalt in der Erde und darin hat es einen kleinen See mit kristallklarem, bläulich schimmerndem Wasser. Anscheinend konnte man hier früher drin baden … jetzt nicht mehr … das Wasser hat seit den letzten vulkanischen Aktivitäten in den 70ern über 60°C … und ausserdem ist die Decke einsturzgefährdet. Tatsächlich hat es dann auch ein paar Brocken, die so aussehen, als wären sie nicht mehr so sicher an ihrem Platz. Also dann wieder nichts wie raus.

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Dann ist da noch der alte Vulkan Hverfjall. Von oben betrachtet – z.B. auf Google Maps – sieht man, dass er fast kreisrund ist. Von oben hat man einen schönen Rundumblick über die Gegend.

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Nach der Erkundung der Myvatnumgebung geht es weiter in Richtung Westen, Richtung Godafoss und Akureyri. Am Godafoss fahre ich zuerst mal vorbei, resp. ich tanke nur mal. Denn es geht wieder ins Hochland. Laugafell ist das Ziel. Um dahin zu kommen, gibt es verschiedene Wege. Gemäss meinem Reiseführer für die Hochlandpisten soll die F821 schön sein und einfach zu fahren – also Schwierigkeitsgrad 2 von 5. Das hat bisher immer ganz gut geklappt. So bin ich also losgezuckelt. Am Anfang ging es ja noch ganz ok – bis dann die Steine immer grösser und die Strasse immer steiler wurde – sieht man auf dem Bild natürlich nicht … im Nachhinein habe ich im Internet gelesen, dass die F821 zu den gefährlichsten Strassen der Welt zählen soll, was definitiv massiv übertrieben ist, aber im Vergleich dazu war der Rückweg über die Sprengisandur (auch als SG 2) wie auf der Autobahn.

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Auch wenn ich zwischendrin mehrfach gefunden habe, was ich denn hier mit dem Wohnmobil mache und dass ich da eigentlich nicht wirklich hingehöre, hat es dann doch ohne Probleme geklappt – bin noch nie so lange im 1. Gang und eingeschalteter Untersetzung gefahren. Oben angekommen ging es dann in flotterem Tempo weiter zum Laugafell und seinem warmen Pool mitten im Nirgendwo.

Am morgen darauf ging es dann eben über die Autobahn retour zum Godafoss, anfänglich durch Nebel …

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… der sich dann aber schnell verzogen und eine traumhafte Kulisse zum Vorschein gebracht hat.

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Mitten in der Wüste habe ich dann noch eine Fata-Morgana gesehen … von Weitem … Wasser … von Nahem wars dann auch nix damit … 🙂

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Wie es weitergeht erfahrt ihr im Teil 2.

Woche 1 in Island – ganz schön was los …

Hallo liebe Leser. Nun bin ich also in Island angekommen – sozusagen am Bestimmungsort meiner Reise. Eine Woche bin ich schon hier und es ist an der Zeit, diese Revue passieren zu lassen. Vieles konnte ich schon erleben, entspanntes … und weniger entspanntes … nun aber mal von vorne.

Angekommen bin ich nach einer ruhigen Überfahrt morgens um 8:30 Uhr in Seydisfjördur. Hat alles bestens geklappt und da weder Zoll  noch sonst irgend jemand etwas von mir wollte – dabei habe ich auf dem Schiff mühsam (naja, geht so 😉 ) noch alle Vorräte aus dem Bereich Milchprodukte und Frischfleisch vertilgt, dass ich auch ja keine wüsten Bakterien einschleppe und Island so ins Verderben stürzen könnte – war ich 5min später auf dem Parkplatz eines Supermarktes um Milchprodukte und Frischfleisch einzukaufen … der Dänische Joghurt ist vermutlich eine Woche vorher mit der gleichen Fähre gekommen … aber egal … ich habe mich an die Einfuhrregeln gehalten.

Wettertechnisch hielt sich die Freude im Rahmen – dies die Aussicht aus meinem Fenster:

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In den Ostfjorden sollte es am schnellsten besser werden, hiess es, und so habe ich mich auf den Weg dorthin gemacht.
Am nächsten Morgen – siehe da – Wanderwetter!

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Von Bakkagerdi aus bin ich zu einer 21km langen Rundtour aufgebrochen. es ging jetzt nicht wahnsinnig weit hoch – aber immer hoch und runter – insgesamt über 3 Pässe ging die Tour, in grandioser Umgebung.

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In der Nacht hat es in den höheren Lagen noch geschneit, aber wie gesagt, meine Tour geht nicht so weit hoch – da bin ich nur noch ein paar Altschneefeldern begegnet, welche sich langsam aber sicher in Wasser verwandeln.

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Der Weg war gemäss Karte markiert – die Markierung bestehend aus Holzpfählen war dann aber doch nicht immer sichtbar. Aber irgendwo habe ich Dank GPS auch immer mal wieder einen Pfosten getroffen.

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Die Wanderung habe ich gut zu Ende gebracht, auch wenn ich am Schluss fast noch um mein Leben bangen musste. Ein französisches Paar, welches mir entgegengekommen ist hielt sich einen 2m langen Stock auf dem Kopf und auf meine Frage, ob sie sich denn als Rentier verkleidet haben, sagten sie nur, es sei wegen den Vögeln. So viele Raben habe ich aber gar nicht gesehen – kann also nicht so ein grosses Problem sein, dass man sich derart aufführen muss … dachte ich … diese Angsthasen … ich hätte ihnen diese blöden Stecken lieber abgekauft … Auf dem Rückweg zum Campingplatz hatten nämlich die dort ansässigen Küstenseeschwalben mächtig etwas dagegen, dass ich dort – wohlgemerkt auf der Asphaltstrasse – langlaufe. Wird einem schon etwas mulmig zumute, wenn man plötzlich ein gutes Dutzend von den Vögeln über sich hat, welche sich im Sturzflug auf einen stürzen und einem unmissverständlich zu verstehen geben, dass man hier unerwünscht ist. Die Strasse war aber die einzige Verbindung – also musste ich da durch – wild mit den Armen über dem Kopf fuchtelnd … hat wohl auch nicht besser ausgeschaut als bei den Franzosen …
Für die Nacht habe ich mich auf einem Parkplatz von einem Hafen ganz am Ende der Strasse eingerichtet.

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Von diesem aus konnte man nach einem kurzen Spaziergang gut Vögel an der vorgelagerten Klippe beobachten … hiess es im Reiseführer … seufz … wenn die mich wiedererkennen, machen sie kurzen Prozess mit mir … es waren dann aber doch andere Gesellen …

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Sie fliegen zu sehen war echt lustig und irgendwie haben deren Landungen immer ausgesehen wie Bruchlandungen – einfach Füsse nach vorne und dann irgendwie hoffen, dass es schon irgendwie gehen wird und bremst – aber ich bin ja weder Pilot, noch Vogelkundler …

Am nächsten Tag ging es zurück nach Egilstadir und dann, nach einer weiteren Nacht endlich weiter ins Hochland. Das Wetter sollte gut sein und die Piste offen – also, los gehts. Das Ziel war, über die F910 nach Kverkfjöll zu fahren. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit auf Schotter und einem Entspannungsbad in einem Naturpool ging es dann so richtig los:

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Wie beim Skirennen: biip, biip, biip, biiiiiiiiip … 4×4 eingeschaltet, ASR, ESP und all das Zeugs ausgeschaltet – los gehts!!

Die Landschaft war grandios und das Verkehrsaufkommen recht mager – 4 Fahrzeuge sind mir entgegengekommen und mit meinen Fotostopps, der langsamen Fahrweise und natürlich wegen meinem ausgedehnten Bad hat sich die Fahrt sehr in die Länge gezogen.

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Beim nächsten Abzweiger dann die Ernüchterung: Kverkfjöll noch 86km, Askja 54km … also nochmals 3-4h resp. 2-3h Fahrzeit. Ach ich lass das mit Kverkfjöll und fahre gleich zur Askja – über diesen Entscheid werde ich mich später noch verhalten freuen. Gesagt getan. Es ist enorm anstrengend, sich auf den Strassen im Hochland zu fahren, weil sich die Verhältnisse ständig ändern. Da schlängelt man sich um Lavabrocken, dann kommen tiefe, sandige Passagen – hatte Island nicht so sandig in Erinnerung – dann wieder Wellblech, dann wieder eine Furt usw. Das ist spannend und eindrücklich, aber man braucht eewig und es ist, wie gesagt, anstrengend.

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Bei der Askja angekommen, war dann auch erst mal gut. Der Stellplatz am Fusse der Askja ist sensationell. Schnell einchecken und was essen und das Licht geniessen …

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… das Licht geniessen, solange man es noch kann. Beim einchecken sagt mir die Dame – wohlgemerkt nach dem bezahlen – dass Sturm angesagt sei und ich doch schauen solle, dass ich mich vielleicht in Richtung des Sturms aufstellen soll. Wie schlimm? Sie sagt: Beim Kverkfjöll können es schon so um die 140km/h sein, da es dort gleich vom Gletscher runterkommt – hier bei der Askja, sei er vermutlich etwas schwächer. Ups! Ist ja gut, habe ich mir den Weg dahin gespart … Ich steh also da, schau auf die Fahne, die sich in alle Richtungen dreht – super – woher kommt denn nun der blöde Sturm? Ich stell mich dann halt irgendwie mal hin. Und schon nähert sich ein Ranger. Es sei Sturm angesagt und ich solle mich unbedingt in Richtung des Sturmes aufstellen – um grössere Schäden am Fahrzeug, hervorgerufen durch umkippen desselben, zu vermeiden. Ja, ich weiss, aber woher kommt denn nun der blöde Sturm? Er zeigt bedeutungsvoll in Richtung einer Senke – wenn er komme, dann aus dieser Richtung! Na gut, ich stelle mich also sicherheitshalber so auf, dass ich direkt in den Sturm schaue, wenn er kommt, dann von Angesicht zu Angesicht, jawoll!
Er kommt nicht – vorerst. Plötzlich windstill. Komplett. Fahne hängt runter und macht Flatterpause. War das jetzt alles nur Show? Mir soll’s recht sein. Ich mache mich bereit für ins Bett, da geht es plötzlich los. Aus dem Nichts fegt eine Böe über den Platz, nimmt die losen und leichten Bimssteine und schleudert sie auf den Sprinter – und das voll von der Seite – 3x6m gibt schon ein ziemlich grosses Segel – welches nun massiv hin und her schaukelt. Von wegen, der Sturm kommt von der Senke! Naja, wenigstens weiss ich nun anhand der fliegenden Steine, woher der Sturm kommt und stelle mich entsprechend auf – allerdings mit dem Heck gegen den Sturm – die andere Drehung zu machen habe ich mich nicht mehr getraut. Den weiteren Verlauf der Nacht fasse ich kurz zusammen: Es hat die ganze Nacht geblasen wie blöd, vor allem mit extremen Böen, die jeweils das Auto sandgestrahlt haben – es hat sich übel angehört und angefühlt. Geschlafen habe ich nur von 6 bis 9 Uhr morgens.
Für den Tag und die nächste Nacht sei nochmals Sturm angesagt – eventuell etwas weniger, aber eben … :

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Ohne mich! Askja hin oder her – blos weg. So kam es, dass ich nach einer Nacht schon wieder abgereist bin in Richtung Norden. Auf dem Weg hat man den Sturm schon wieder sehen können – Sand und Steinchen in die Luft wirbelnd.

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Gelandet bin ich in Asbyrgi auf einem Platz mit Büschen – so einen habe ich nun direkt vor mir – von Angesicht zu Angesicht – und geschlafen habe ich super, beinahe schaukelfrei und lange :-). Nun, 2 Tage später ist der Sturm endlich durch und ich kann weiter planen und weiter reisen. Jibii!! Mal schauen, was Woche 2 so bringt.

Die Färöerinseln

Wie ich im letzten Beitrag schon erwähnt habe, ist es doch reichlich speziell, wenn man so plötzlich mitten im Meer auf die Färöerinseln trifft. Auf meiner Reise nach Island habe ich nun 3 Tage zeit, die Inselgruppe etwas zu erkunden.

Nach einer kurzen Sightseeing-Rundtour bin ich schlussendlich in Gjógv gelandet. auf einem schönen Stellplatz direkt am Meer.

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Wir scheinen sogar das schöne Wetter mit aus Dänemark mitgebracht zu haben – anscheinend war dies der erste schöne Tag seit mehreren Tagen. Glück gehabt. Gjógv liegt am Meer und wird von mehreren Bergen eingerahmt – diese gilt es natürlich zu erklimmen. Am folgenden Tag ging es dann also los – aber was ist das? Etwa 25 Einheimische ausgerüstet mit gelben Leuchtwesten stiefeln an den Hängen herum. Bald wird klar, was das zu bezwecken hat – akustisch. Sie treiben nämlich die Schafe zusammen, was denen irgendwie gar nicht zu passen scheint – sie machen ihrem Ärger auf jeden Fall lauthals Luft. Wäääh – wääähh!! Aus der Ferne betrachtet sieht das Spektakel aus wie ein Computerspiel aus den 80igern, wo man mit zwei Hebeln virtuelle Wände so steuern muss, damit Ausbrechende daran zurückgeschickt werden. Soviel sei gesagt, sie haben es im Griff, aber es gelingt auch nicht immer. Mehrmals müssen einzelne sture Vierbeiner verfolgt, überholt und zurückgetrieben werden. An den steilen Wänden kein leichtes Unterfangen.

Sind alle Schafe eingefangen werden diese geschoren und zwar von Hand und mit einfachen Scheren, die aus dem Museum stammen könnten.

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Da nun der Hang frei war, konnte ich nun endlich zu meiner Expedition aufbrechen. Es ging weglos, steil und schön federnd über dieses grüne Moos nach oben. Erstes Ziel war ein Sattel, von welchem man auf die andere Seite schauen konnte.

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Der weitere Aufstieg auf den angepeilten Gipfel (Spitz in der Bildmitte des Beitragsbildes) war dann doch etwas steiler als gedacht, so dass ich bei der zweitletzten Steilstufe abgebrochen habe. So ohne Weg und Begleitung war mir das dann doch etwas zu riskant. Aber die Aussicht war auch von hier aus grandios.

Am zweiten Tag ging es dann etwas kürzer, dafür etwas schneller auf der anderen Seite hoch. Das Wetter war nicht mehr ganz so makellos, aber es war ja sowieso der Tag der Abreise, respektive der Weiterreise. Auf der Rückfahrt nach Torshavn hat man dann auch richtig gesehen, dass die Wolken , die tief über dem Atlantik dahintreiben auch etwas Mühe bekunden mit den Färöern. Nur mit viel Mühe schaffen sie es über die bis zu 800m hohen Gipfel – scheint anstrengend zu sein – und schweisstreibend …

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In Torshavn angekommen war dann erst mal fertig Lustig – dicker Nebel überall. Habe den Hafen aber doch gefunden. Wieder planmässig taucht die Norönna aus dem dichten Nebel auf und schon wird wieder eingeladen.

Bevor wir auf das freie Meer hinausgleiten machen wir noch eine kurze Tour zwischen den Inseln hindurch. Anfänglich war das wegen dem Nebel nur auf dem GPS erkennbar, aber dann lichtet sich dieser plötzlich und was sehen wir – Gjógv vom Meer aus.

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Es war schön, auch vom Schiff aus nochmals einen letzten Blick auf die Färöer erhaschen zu können.

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Noch einmal schlafen und ich bin in Island!! 🙂

 

Färöer – grüne Mooshügel mitten im Nordatlantik

Da schippert man von Dänemark her kommend also stundenlang im Nordatlantik herum und trifft dann plötzlich auf ein paar grüne Mooshügel, die aussehen, wie die Schiffchen, die wir als Kinder aus einer Baumrinde gebastelt und irgend ein Gewässer runtergelassen haben. Meist mit dem Resultat, dass sie nach ein paar Metern untergegangen sind. Aber irgendwie halten sich diese Inseln ganz gut an der Oberfläche. Anscheinend hatte es ja schon mal Bestrebungen gegeben, die Inseln nach Island zu ziehen. Leider hat der Versuch ein tragisches Ende genommen.

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Auf dem Bild oben sind die Tapferen abgebildet – die zwei Felsnadeln links von der Insel im Hintergrund. Das ist ein Troll und seine Frau – klar oder? Die zwei haben es versucht – ja, die Färöer nach Island zu ziehen – ist ja nicht mehr soo weit – easy. Nur blöd, dass sie während der durchaus schweren und schweisstreibenden Arbeit die Zeit vergessen haben und vom Sonnenlicht überrascht worden sind. Und zack … wurden sie versteinert. Ja, so kann es gehen, wenn man nicht aufpasst bei der Arbeit.

Also eben, es hat nicht geklappt – so sind die Färöer noch immer mitten im Nordatlantik – irgendwo zwischen Skandinavien (das man rechts streift), den Shetland Islands (welche man links streift) und Island (welches noch etwa 18 Fährstunden entfernt liegt).

Ach ja, und den Regenbogen konnte man ganz einfach ablichten – der war während meiner kleinen Wanderung die ganze Zeit über mal da, dann kurz weg, aber Sekunden darauf bereits wieder da.

Aber was macht er eigentlich auf den Färöern? Der hat doch gesagt, er wolle nach Island? Korrekt, das ist auch das Ziel, aber wenn man schon mal hier ist (man weiss ja nicht, wie lange die Inseln noch hier sind – vielleicht probieren es ja wieder mal irgendwelche Halbstarken …) dann kann man mit der einen Fährverbindung der (Achtung, dieser Artikel enthält Product Placement) Smyrill Line hier einen dreitägigen Stopp einlegen – was ich soeben mache.

So schön und herzig die grünen Hügel auch sein mögen, das Wetter ist recht anspruchsvoll – ein munteres Hin und Her zwischen Regen und Sonne und Regen und … und immer schön begleitet mit einem Wind, man könnte meinen, man sei mitten auf dem Meer … ;-). So wurde zum Beispiel der Autor beim unbedachten Öffnen seiner Autotür vom Sitz auf die Strasse geschleudert, weil er sich ganz fest an der Tür festgehalten hat – zum Glück – die Tür wär sonst nicht mehr dran, am Auto. Schnell wieder rein und Tür zu. Gleichzeitiges Hineinsitzen und Tür zuziehen – Fehlanzeige – Tür festhalten, Fenster runter und dann mit Schwung (Autor und Tür!) … :-D.

Aber das Wetter finde ich eigentlich grandios. Denn mit schönem blauen Himmel wär unsere Einfahrt in den Hafen von Tórshavn nur halb so beeindruckend gewesen …

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und noch eins …

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So, das war’s von heute – irgendwie schaukelt auch noch immer alles … es schaukelt wirklich noch alles – wie auf der Fähre … ah, der Wind!

 

Go North!

Ja, es ist mal wieder soweit und es heisst: Go North! Kritiker werden jetzt vermutlich sagen – ooohh, schon wieder? Für alle anderen, die finden – ui, was hat er denn jetzt schon wieder vor – kommen nun wieder ein paar hoffentlich spannende Geschichten vor.

Die Idee: Viel Arbeiten und dann meine Eltern nach Island „entführen“! Gesagt, getan!

Die Testtage am Klöntalersee haben wir alle bestens bestanden und so hiess es vor wenigen Tagen Taschen packen und los gehts. Vorerst bin ich alleine unterwegs und habe bereits den ganzen Weg durch Deutschland und soweit wie nötig durch Dänemark hinter mich gebracht und stehe nun auch dem Campingplatz von Hirtshals und warte auf die Norönna – meine Fähre nach Island.

Aber eigentlich lässt es sich hier in Dänemark auch gut leben – sehr gut sogar …

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Ok, nicht nur deswegen, sondern auch wegen den endlos langen Stränden, die zu ausgiebigen Strandläufen einladen.

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Temperaturmässig werde ich nun noch etwas vorglühen – wenn man dem Wetterbericht glauben kann, wird es in Island doch etwas kühler – aber bis dahin geht es ja noch ein paar Tage. Denn auf der Hinfahrt mache ich einen Zwischenstopp auf den Färöerinseln für drei Nächte.

Nun geniessen wir noch die letzten Sonnenstrahlen und machen uns bereit für die Einschiffung morgen. Wir sind – der oben mit dem Softice und der unten mit den Rädli.

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Schnee … und so …

Ok, ich gebe zu, dieser Post kommt nun doch etwas verspätet. Aber wie es halt so ist, wenn man wieder mit arbeiten begonnen hat, rast die Zeit nur so an einem vorbei. Nun also, nach bereits einem Monat an der Arbeit, hier der Abschlussbericht zu unserer Marokkoreise – wie der Titel schon ahnen lässt, zeigt sich Marokko nochmals von einer ganz anderen Seite … viel Spass beim Lesen.

Nach unserem Abenteuer in der Wüste vom Erg Chegaga sind wir via Mhamid, Zagora, Taghbalt, Tazzarine und Alnif nach Tinghier gefahren. Immer schön der Wüste entlang, mit immer wieder tollen ausblicken.

In Tinghir angekommen haben wir uns zuerst auf dem Campingplatz installiert, gegessen und gewaschen – muss ja auch mal sein – und sind danach zu Fuss losgezogen um die Oase zu erkunden.

am nächsten Morgen dann, haben wir wieder unsere zwei kleinen Flitzer bereit gemacht um die Toudra-Schlucht zu erkunden.

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Vom Campingplatz ging es nun also mit gemässigter Steigung hinauf in Richtung des Schluchteinganges. Auf dem Weg dahin gibt es unzählige Restaurants und allgemein ist die touristische Infrastruktur sehr hoch, gegenüber dem, was wir bisher gesehen haben auf dem Land.

Nachdem wir gestern noch im T-Shirt gewaschen und Mittag gegessen haben, war es heute doch recht kühl und vor allem zugig und schattig in der Schlucht. Wir haben unsere Handschuhe und Mützen dann doch etwas vermisst.

Die Schlucht ist mal abgesehen von den Souvenirständen sehr imposant. Die Strasse schlängelt sich auf etwa einem Kilometer durch die Schlucht, die stellenweise auch nicht viel breiter ist als die Strasse selbst und die Felswände auf den Seiten wohl etwa 200m gerade in die Höhe ragen – ein Klettereldorado – wenn man all die Zuschauer mag – ich müsste also noch ziemlich üben, um mich nicht zu blamieren … 😉

Am oberen Ende angekommen scheint dann auch wieder die Sonne – Zeit, um sich wieder aufzuwärmen. Ebenfalls gleich oberhalb der Schlucht zweigt ein Weg nach links ab in die Berge – gemäss maps.me ein schöner Rundweg … der sich dann von einem Spaziergang zu einer kleinen Wanderung ausgeweitet hat. Man kann nämlich über den gesamten Bergrücken wandern und kommt unterhalb der Schlucht wieder raus.

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Auf der Wanderung geniesst man schöne Rundum- und Tiefblicke. Immer wieder spannend zu sehen, wie in der an sich kargen Landschaft alles grünt und blüht, sobald etwas Wasser vorhanden ist.

Am nächsten Tag ging es für uns weiter in Richtung Norden, denn der Abfahrtstermin der Fähre rückte unaufhaltsam näher. Da wir nicht nur auf der Hauptstrasse fahren wollten, haben wir einen kleinen Abstecher via Amellagou eingebaut. Eine absolut grandiose Landschaft hat uns erwartet. Hinter jeder Biegung etwas Neues. Durch Schluchten, Täler, über Berge und über Ebenen, die zum Teil einer Mondlandschaft geglichen haben.

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Es war recht kalt – also mit dem Wind zusammen, der doch ziemlich aufgefrischt hat sogar saukalt. Und dann immer mal wieder ein Regenguss. Spannend war da noch die Geschichte von dem Hirten mit seinen 3 Maultieren, der uns in einer Biegung entgegengekommen ist, freundlich gewinkt hat und als wir umgedreht haben, um ihm unseren Thermobecher mit heissem Tee bringen zu können – einfach verschwunden war – komplett, einfach weg, inkl. der Maultiere … hmm …

Die Geschichte vom Hirten hat uns wohl noch etwas beschäftigt – gesehen haben wir die Wolken, welche da auf uns zugekommen sind, ja schon – aber was soll schon passieren – wir sind ja in Afrika …

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… und die Transporteure fahren ja auch noch ein bisschen Stroh in der Gegend rum, also alles im grünen Bereich.

Übrigens spannend, wie diese LKW’s beladen sind – hinten und vorne ragt die Ladung jeweils mehrere Meter über das Fahrzeug hinaus und mit der Höhe müssen die Fahrer ihre Geschwindigkeiten in den Kurven genau im Blick behalten. Für mich überraschend, dass wir keine LKW’s auf der Seite haben liegen sehen … hmm … oder verschwinden die dann jeweils auch auf der Stelle? Man weiss es nicht … 😉

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Was uns die Wolken dann trotz Afrika beschert haben … Schnee! Zuerst nur mal einige cm, was aber gereicht hat, um ein kleines white-out zu fabrizieren. So haben wir dann also in Richtung Er-Rich die ersten Spuren gezogen. Alles kein Problem, vielleicht mit der Ausnahme, dass man die Schneeverwehungen nun auch nicht gesehen hat – aber dann umso mehr gespürt hat, wenn man unvermittelt in eine reingefahren ist.

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Schliesslich haben wir Er-Rich erreicht und von da aus sollten wir also wieder auf der Nationalstrasse in Richtung Midelt, Azrou und Meknes gelangen. Sollten. Ich muss hier mal festhalten, dass maps.me also eine super App ist für die Navigation – ich weiss nicht, ob es an der Marokko-Karte liegt oder an was anderem – auf jeden Fall sind die Höhen darauf nicht verzeichnet. Ich habe daraufhin mit meiner Veloapp – man ist ja ausgerüstet 😉 – unsere Route eingegeben und dann gesehen – ups – da geht es ganz schön hoch. Zuerst zwischen Er-Rich und Midelt und danach nochmals gröber in Richtung Azrou … ok, Azrou scheint ein Wintersportort zu sein, aber hey, wir sind in Afrika … so sind wir also in Richtung Midelt aufgebrochen.

Zum Schnee hat sich dann im Tagesverlauf noch Saharasand gesellt, was die Landschaft in zartrosa gehüllt hat, was sensationell ausgeschaut, aber so dermassen eine Sauerei gegeben hat, dass wir jetzt noch überall Sand auf und im Auto haben.

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Dann ging es erst mal los in Richtung vom ersten Pass. Mussten auf dem Weg noch einen Pickup aus dem Strassengraben ziehen und sind dann erst mal vor einer Schranke gestrandet. Diverse Fahrzeuge haben gewendet und uns Zeichen gemacht, dass wohl nichts mehr geht. Mit marokkanischem Fahrzeug – ich vermute mal zum Grossteil mit Vorderradantrieb, ohne Winterpneu und etwas überladen – hätte ich hier wohl auch das Weite gesucht. Aber da waren noch wir. Wir, heisst, dass vor uns auch noch ein Defender und ein Allrad LKW – aus Österreich und Deutschland glaube ich – über den Pass wollten. Wir sind dann so weit wie möglich vorgefahren. Nur, dann ging nichts mehr. Es war mittlerweile schon spät am Nachmittag und es war nicht erkennbar, ob der Pass bald aufgehen wird. Dazu kommt: Schnee und Sturmwind waagerecht von Rechts. Da ich mich auf dem Pass nicht einschneien lassen wollte, sind wir dann nach Er-Rich zurückgekehrt und haben auf einem Parkplatz übernachtet.

Zufällig bin ich diese Tage auf Youtube auf ein Video gestossen, wo ich gedacht habe – hmm, den kenne ich doch von irgendwo her – nein, es war nicht der Hirte … soviel Magic gibt es auch in Afrika nicht 😉 – aber es war der Fahrer des Defenders denen wir oben gefolgt sind. Deren Überfahrt hat er auf den folgenden Videos festgehalten: https://youtu.be/s_h1DxMHMhk und https://youtu.be/YaP7I_DX_nI

Am nächsten Morgen sind wir wieder früh los in Richtung Pass und konnten grad noch so unter der Schranke durchwischen. So dachten wir, nun schnell die wenigen Km über den Pass und dann weiter. Hat soweit gepasst, mit Ausnahme von „schnell“. Über den Pass war nur einspurig geräumt. Das hiess, im Konvoi über den Pass. Und das hiess auch, wenn einer nicht weiterkommt, kommen die nachfolgenden Autos auch nicht weiter. So nach ca. 2h haben wir dann die Passhöhe erreicht, wo dann auch erst mal wieder nichts gegangen ist. Hier oben hatte es nun etwa einen Meter Schnee. Wir mussten nun wieder warten und wussten nicht auf was und wie lange. Irgendwann hiess es, dass das Räumfahrzeug hoch kommt. Ok, ich gebe es zu – ich dachte, ein Räumfahrzeug in Afrika ist ein grösserer Handwagen mit einer Schaufel dran … wie soll der an uns vorbei, wenn wir auf der einzigen geräumten Spur stehen? Nun gut, ich wurde eines Besseren belehrt – gekommen ist eine Schneefräse, die gut und gerne auch in den Alpen eine gute Falle gemacht hätte. Die hat sich neben uns durch eine neue Spur in den Schnee gefräst und fertig. So geht das. Im Nachgang dann auch noch der Pflug. Als dann alles vorbei war ging es dann endlich wieder weiter.

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Das eine Problem haben wir dann also endlich gelöst – bleibt noch das andere: der Pass zwischen Midelt und Meknes. Meine Velotour hat mir verraten, der ist nochmals ein paar hundert Höhenmeter höher – na das kann ja heiter werden. Nach einem super Frühstück im Café Islam in Midelt und der Konsultation des Strassenzustandes in der inzwischen gefundenen marokkanischen App, haben wir uns entschlossen einen grossen, aber sicheren Umweg via Guercif nach Fes und Meknes zu nehmen. Was dann auch ganz gut funktioniert hat.

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Leider hatten wir in Meknes wieder etwas schlechtes und kaltes Wetter erwischt, so dass wir nur etwas in den Souks rumgelaufen sind. Diese sind noch einiges ursprünglicher als beispielsweise in Marrakech. Hier haben wir uns wieder mit frischen Oliven eingedeckt, einen Blick auf den Königlichen Golfplatz erhascht und auf einer spontanen Kutschenfahrt noch einiges Wissenswertes über Meknes erfahren.

Dem Parkplatzwärter, der auf einem Stuhl im kalten Regen gesessen ist und gefroren hat, haben wir dann noch den Thermobecher gegeben – natürlich mit frischem, heissen Tee – der hat sich gefreut :-).

Eine von unseren letzten Stationen war Chefchaouen – auch die „blaue Stadt“ genannt – ein nettes kleines Örtchen mit einem Campingplatz mit einer spannenden, steilen Anfahrt. Hier ist wirklich alles blau.

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Am Schluss ging unsere Tour via Tétouan wieder zurück nach Tanger Med auf unsere Fähre. Wir waren etwa 4h Stunden vor der Abfahrt am Hafen und haben diese auch gut gebraucht. Alle Autos wurden mehrfach untersucht, geröntgt, Pässe und Papiere kontrolliert, nochmals untersucht und nochmals Pässe kontrolliert … ein Papier mit einem wichtig ausschauenden Stempel habe ich jetzt noch zu Hause – keine Ahnung wozu dieser Fötzel genau gedacht war.

Fazit

Also auch, wenn wir im Nachhinein das Gefühl hatten, dass wir zwei-/dreimal für den einen oder anderen „Führer“ und die einen oder anderen „Guetsli“ etwas zuviel bezahlt haben – Marokko hat uns super gut gefallen. Freundliche Menschen, eine grandiose Landschaft und gutes Essen – was will man mehr. Wir kommen wieder!

 

Nun hat uns also der Alltag schon wieder erreicht, aber „nach der Reise“ ist ja bekanntlich auch „vor der Reise“ und so laufen die Vorbereitungen für den Sommer auch bereits wieder auf Hochtouren … 😉

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Sand

Wir sind von Zagora südlich nach M’hamid gefahren, dort wollte ich mal so richtige Wūste sehen. Was man auf dem Weg dahin so begegnet ist schon erstaunlich – im Falle der Dachlast des vorausfahrenden Sprinters auch etwas beängstigend.

In M’hamid angekommen war zuerst einmal keine Düne sichtbar, weil sich die Düne Erg Chegaga noch etwa 40km weiter draussen befindet. Aber die Ausblicke von hier waren schon mal fantastisch.

In der Schweiz gibt es nun mal ja keine Möglichkeiten, das Fahren in Sand zu üben. Gleich wie im Schnee? Wie ich bald merken sollte, nein! Wir haben uns also einen Guide gebucht, der mit uns zur Düne und am nächsten Tag auch wieder zurück fährt. Das war auch gut so, denn aufgrund der vielen Spuren, hätten wir vermutlich das Camp in den Dünen nie gefunden – und eben – in Sand fährt es sich nicht wie auf Schnee. Nach ca. 5km hiess es dann auch erst einmal schaufeln!

Ganz schön fies so ein Weichsandfeld in einer Kurve und in einer Senke.

Noch ein paar Zweige untergelegt und so ging es nach ca. 30min wieder weiter … durch weitere kleinere und grössere Sandpartien. Dann aber plötzlich wurde es grün und wir waren auch plötzlich nicht mehr allein.

Nach ca. 5h Fahrzeit durch Sand- und Steinwüsten waren wir am Ziel angelangt – dem Ausläufer der Sahara Erg Chegaga.

Eine faszinierende Landschaft aus Formen und Kurven, die man auch erst so richtig deutlich bei tiefstehender Sonne sehen kann – resp. erst dann werden sie so richtig deutlich. Dazu kommt eine absolute Stille, als hätte man Watten in den Ohren. Mit der Buchung von unserem Guide haben wir auch ein rundum Wohlfühlpaket bekommen – mit Nachtessen, Frühstück … und der obligaten Schaukeltour … ist ganz schön hoch so ein Wüstenschiff…

Nach einer ruhigen und gar nicht mal so kalten Nacht ging es am nächsten Tag zurück nach M’hamid. Hier noch ein paar weitere Beispiele von einem super Ausflug.

Begeistert bin ich aber auch von meinem „neuen“ Basecamp. Ich hätte nie gedacht, dass man mit einem Kastenwagen und dem Werksallrad eine solche Strecke überhaupt fahren kann. Unsere Schaufelaktion zu Beginn der Tour, war ein Fahrfehler – der muss definitiv noch lernen … ;-). Hoffen wir mal, dass es nie so endet, wie der Links …

Wüste, Dromedare und Oasen

Nach den Tagen in Marrakech ging es im Schnellzugstempo weiter nach Süden. Auf den sehr gut ausgebauten Autobahnen mit wenig Verkehr ist das ganz entspannt möglich. Die Grösse von Marokko täuscht und die Distanzen sind grösser als ich es erwartet hätte. So haben wir auch auf eine Besichtigung von Agadir verzichtet und sind direkt weiter in den Süden gefahren.

Dies hat sich auch temperaturmässig bemerkbar gemacht. In Marrakech sind wir bei kühlen 8°C abgefahren und bei sommerlichen 26°C am Zielort angekommen. Wir haben in einer kleinen Oase übernachtet, so dass wir am nächsten Tag unsere erste Offroad Etappe nordwärts nach Tafraoute in Angriff nehmen konnten.

Die Route folgte dem Oued Tamanart und mündete danach in die Mansour-Schlucht. Auf einer Länge von etwas über 100km haben wir eine fantastische Landschaft erlebt. Vorbei an zwei frei ziehenden Domedarherden, einheimischen Berbern und uralten Felsritzungen sind wir am Schluss durch eine Oase gefahren. Für die Tour haben wir dann auch den ganzen Tag gebraucht – ein super Erlebnis.

Nach dem trockenen Tal sind wir, wie schon geschrieben, sozusagen mitten im Urwald gelandet.

Und am Schluss noch eine kleine Trainingsstunde im Steine schieben – sonst ja den ganzen Tag nichts gemacht … 😉

Da liegen vor Tafraoute plötzlich so überdimensionale Kieselsteine in der Landschaft …

Marrakech

Nach nun einigen Strandtagen machten wir uns auf, Marrakech zu erkunden. Von Essaouira aus, sind es etwa zwei Stunden Fahrzeit. Nach dem Ausschiffen in Tanger – siehe im letzten Blogbeitrag – habe ich mich auf Einiges eingestellt. Vor allem auf ein riesiges Durcheinander auf den Strassen. Ich war positiv überrascht, wie es doch ganz geordnet her- und zugegangen ist. Klar, es wird links und rechts überholt, die Markierung der Spuren und deren Richtungen sind wohl nur – hmm – als Empfehlung zu verstehen und man muss auf alles gefasst sein. Aber dann ist es eigentlich ganz ok.

Wir hatten uns auf einem Campingplatz etwas ausserhalb der Stadt installiert und nun noch einen halben Nachmittag Zeit, bevor es dunkel wurde. Also haben wir kurzerhand die Klappräder ausgepackt und sind – maps.me blind folgend – durch einige Souks mitten ins Zentrum der Stadt gedüst. Dabei haben sich die kleinen, wendigen Klappräder als super Transportmittel für die Erkundung der unzähligen kleinen Gässchen erwiesen.

Als Alternative zum Campingleben haben wir uns kurzentschlossen für eine Nacht ein Zimmer in einem Riad gebucht – mitten in der Medina. Damit konnten wir Marrakech in allen Facetten auskosten. Dazu gehörte natürlich der Besuch eines Hammams, in welchem man abgerubbelt wurde bis wortwörtlich die (Haut-)Fetzen geflogen sind.

In den Souks bekommt man alles und wir konnten, unbehelligt von irgendwelchen „Führern“ und nervigen Ladenbesitzern, durch die Altstadt bummeln. Auch das war für mich eine positive Überraschung.

Am orginellsten waren die Gewürzverkäufer, die einen beim Vorbeigehen sofort – didaktisch äusserst wertvoll – gefragt haben, was sie da wohl verkaufen. „What’s this?“ „What’s that?“ „Do you know this?“ – vermutlich haben alle die gleiche Verkaufsschulung genossen ;-). Hat man nicht aufgepasst, hatte man dann sehr schnell irgend eine Essenz auf die Hand appliziert bekommen :-D.

Nachdem wir nun so einige Tage in Marokko verbracht haben, gefällt mir das Land mit seinen netten und zuvorkommenden Menschen, seinem guten Essen zunehmend. Ich bin gespannt auf mehr.

Marokko im Regen

Das Einschiffen in Genua ging ja ganz geordnet von statten. Gaaanz anders die Ausschiffung in Tanger Med. Man stelle sich folgende Situation vor: Im Schiff drin etwa 10 lange Reihen von Fahrzeugen. Die zwei oder drei Reihen in der Mitte konnten aufgrund des Platzmangels nicht mehr wenden – stehen nun also mit dem Heck zum Ausgang. Soviel zur Situation. Nun wird also der Zugang für die Passagiere zum Parkdeck geöffnet und alle drängen sich wie irre die Treppen runter zu ihren Fahrzeugen. Als wir im Parkdeck angekommen sind, müssen wir uns den Weg zum Sprinter bahnen. Das war nicht einfach, weil erstens so eng geparkt ist und zweitens, weil schon viele hupend – weil, damit geht es viieeel schneller – in ihren Fahrzeugen sitzen und die engen Lücken mit gezielten Manövern noch enger machen. Nun wollen also ALLE GLEICHZEITIG runter vom Schiff und als wär das nicht schon chaotisch genug, versuchen sich die Fahrzeuge der 3 mittleren Spuren gleichzeitig auch noch in diversen Wendemanövern. Was ich noch vergessen habe – es gibt nur EINE Spur aus dem Schiff und die Mitarbeiter der Fähre stehen resigniert und belustigt am Rand und schauen zu :-D. Ehrlich gesagt, da habe ich mich schon mal gefragt, ob ich da überhaupt aus dem Schiff will …

Der Zoll danach war dann auch noch spannend – aber nach etwa einer Stunde und dem Auftreiben von irgendwelchen Stempeln ging es dann nach draussen, nach Marokko.

Nun ging es die Westküste runter, via Asilah, Moulay Besselham und Oualidia nach Sidi Kaouki südlich von Essaouira. Begleitet wurden wir vielfach von sintflutartigen Regenfällen, starken Winden und Eiseskälte.

Irgendwann war der ganze Klamauk dann aber doch vorüber und die Sonne setzte sich nach und nach durch.

Mein erster Eindruck von Marokko war etwas angespannt. Zum einen wegen des Wetters, was halt viele schöne Landschaften nicht so toll erscheinen liess, zum anderen hatte es zu Beginn sehr viel Plastikabfall überall rumliegen und zu guter letzt wollte mir auch noch ein Polizist ein Überfahren von einem Rotlicht anhängen, was er wohlgemerkt aus etwa 200m Entfernung beobachtet haben will – mein Stopp hat er komischerweise aber nicht gesehen … naja, weil wir dann nicht grad gekuscht sind und mangels Beweisen hat er uns dann mit der Ermahnung, dass man in Marokko keine Rotlichter überfahren darf – echt jetzt? – gnädigerweise wieder weiterfahren lassen. Hmm, ob das nun wohl so weitergeht?

Wie Burghild uns in Richtung Mittelmeer pustete

3.1. bis 6.1.2018

Gerade eben noch die Schneeschuhe an den Füssen vom Silvester in Darsiez, geht es nun also los Richtung Marokko. Sozusagen als Auftakt des Urlaubsjahres 2018. Und als wollte uns die Schweiz loshaben, starteten wir mitten im Sturm „Burglind“ – hat der Burglind geheissen? – naja, egal – auf jeden Fall hat der Vierwaldstädtersee ausgesehen wie vom Mixer aufgewühlt und der Seitenwindassistent hatte mächtig was zu tun.
Dann, schneelos in den Gotthard rein und auf der anderen Seite bei Schneegestöber und hohen Schneemauern wieder raus. Immer wieder spannend. Richtung Genua wurde der Schnee dann immer weniger und die Sonne dafür immer mehr. Heizung ausgeschaltet und Sonnenbrille aufgesetzt.
Nach einem kurzen abendlichen Stadtrundgang in Genua – natürlich mit einem Glacé tutto grande und molto bene oder so – und einer Übernachtung ging es am nächsten Morgen zum Hafen.
Afrika in Genua. Nach dem ganzen Kladeratsch mit Ticket da zeigen, Stempel da drauf, Formular hier ausfüllen, Formular umtauschen, Formular übrig haben und nicht wissen wohin damit konnten wir die Fahrzeuge und vorallem deren Dachlasten bestaunen. Keine Ahnung, wie man mit einem Auto fahren kann, dessen Dach und Kofferraum so vollgepackt sind, dass der vorne eingebaute Motor das leichteste Element im ganzen Fahrzeug zu sein scheint.
Dann ging es plötzlich los – eine Reihe nach der anderen hat sich in die Fähre verschoben. Als wir dann an der Reihe waren, hat doch noch ein Stempel gefehlt, auf einem Papier, welches wir bis jetzt nirgends zeigen oder abgeben mussten – vermutlich ein Souvenir – also schnell noch Stempel holen und dann ab in die schwimmende Metallkiste. Nun geht es in zwei Tagen via Barcelona nach Tanger. Spannend wird noch, wie wir wieder in unser Auto kommen. Dank präziser Einweisung der Fährmitarbeiter hat jedes Fahrzeug genau 10cm Luft vorn, rechts, links und hinten.

58°N

Wo war ich stehen geblieben?
Schon ist wieder eine Menge Zeit vom letzten Eintrag bis jetzt vergangen und wahrscheinlich ist dies der letzte Artikel von meinem Skandinavienabenteuer 2014, weil ich schon relativ weit nach Süden vorgerückt bin … oooooooohhhh …
Nun ja, nicht soo schlimm, aber nun geht erst mal von vorne los.
Nachdem ich mit der Fähre in Bodø angekommen musste ich mich etwas beeilen, damit ich rechtzeitig in Trondheim ankomme, um mich mit Doreen zu treffen, die mit Flugzeug und Bus in den Norden gereist ist, um noch ein paar gemeinsame Wochen verbringen zu können. So bin ich dann auf geplanten und ungeplanten Umwegen nach Trondheim gefahren. Auf einem ungeplanten, kleineren Umweg habe ich am frühen morgen auf 50km etwa 30 Elche gesehen, wow. Das sind schon riesige Tiere – zu Nahe möchte ich so einem also auch nicht kommen.
In Trondheim angekommen haben wir zuerst mal eine Stadtbesichtigung gemacht. Trondheim lebt, die Leute sind da und unterwegs. Hier gibt es schöne alte Häuser und neue Bauten, schöne Kafees und Hafenanlagen. Von einem Hügel mit Burg hat man zudem einen schönen Rundumblick. Hier würde es mir also definitiv auch gefallen … mal schauen … ;-).

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Das einzige Problem war aber, dass im ganzen Umkreis keinen Schnee mehr hatte und das ist, wenn man auf Skitour gehen möchte suboptimal. So sind wir dann nach Schweden rüber gefahren und haben etwas Schnee gefunden, aber auch den Wind, der einem schier vom Parkplatz gefegt hat. Nicht wirklich anmächelig, hier eine Skitour zu starten, zumal die Wetteraussichten eher noch schlechteres Wetter vorausgesagt haben. So blieb es bei einem kurzen Roadtrip durch schwedisches Gebiet. Zurück in Norwegen haben wir die alte Bergbaustädtchen Røros angeschaut. Mit den noch erhalten gebliebenen Häuschen konnte man sich das Leben damals so richtig vorstellen.

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Aber wir wollten ja auf Skitour. So sind wir in den Rondane Nationalpark gefahren und haben dort in Høvringen hinter einem Tante Emma Allerweltsladen für läppische 100Nok/Nacht übernachtet – mit Strom, Dusche, WC und eben Allerweltsladen gleich nebenan. Wir wollte hier eine Zelttour mit Pulka machen, aber der Wind war so stark, dass wir das Unternehmen abbrechen mussten. Das Hauptproblem war vielleicht nicht mal der Wind an sich, sondern den Schnee, den er mitverfrachtet. Der kriecht in jede Ritze und daher nicht schön. Zumal wir keine Möglichkeit hatten, das Zelt nachher auch wieder zu trocknen im Camper. Dazu kommt, dass es wirklich fast keinen Schnee am Boden gehabt hat.
So haben wir dann jeweils noch ein paar Tagestouren gemacht, was auch schön war. So sind wir dann unter anderem am Weiler Brekkesetter vorbeigekommen.

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In Sjusjøen oberhalb Lillehammer haben wir den Schnee dann doch noch gefunden und zwar reichlich. 3m waren es mindestens. Die Einfahrten zu den fast nicht mehr sichtbaren Häuschen waren richtige Täler.

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Foto: Doreen

Die Sicht hat allerdings zu Wünschen übrig gelassen. Es war meistens neblig und Ton in Ton weiss. Allerdings haben wir hier oben top präparierte Loipen angetroffen, die wir natürlich ausprobieren mussten. Schemenhaft sind dann jeweils Bäume und Flüsschen aus dem Nichts aufgetaucht.

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Foto: Doreen

Aber auch das war noch nicht Skitourengebiet. So sind wir nach Yddin gefahren, dem Startpunkt von unserer 6-tägigen Hütten-Ski-Tour. Endlich geht es vollbepackt los.

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Foto: Doreen

Am ersten Tag ging es querfeldein mit Kompass, Karte und GPS über ein verschneites und gefrorenes Moor und dann weiter durch lichten Wald. Nach ein paar Stunden, haben wir die erste Hütte für die Übernachtung erblickt – Haldorbu.

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Foto: Doreen

Die Hütten gehören alle dem DNT – der norwegische SAC sozusagen – und sind hier unbewirtschaftet. Alle haben aber Holz, Ofen, Gas und Gaskocher, sowie einen kleinen „Shop“ wo man ein paar Lebensmittel kaufen kann.
So war dann das Ritual meistens wie folgt: Eingang freischaufeln (2 von 5 mal), Brennholz zurecht machen, Ofen einfeuern und davor eine heisse Schokolade trinken. Richtig gemütlich.
Am nächsten Tag ging es hoch und Runter nach Storvelvbu, über super schöne Hochebenen und teilweise hat dann sogar die Sonne hervorgeschaut. Genial, wenn man hier so seine Spuren durch den unberührten Schnee ziehen kann.
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Den Eingang der Hütte musste man dann wirklich im grossen Stil freischaufeln.

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Foto: Doreen

Der stetige Wind verfrachtet so viel Schnee und zusammen mit den vergleichsweise milden Temperaturen um die Null Grad pappt der so richtig zusammen und bildet skurrile Verwehungen und packt die Hütten in ein weisses Kleid.
Von Storkvelvbu sind wir am Morgen drauf im Schneesturm in Richtung Storhœliseter aufgebrochen – der Steuerkurs im GPS und im Kompass eingestellt. Zum Glück kommt der Wind von hinten. Es sollte auch der Tag werden, an welchem wir 7 andere Menschen treffen. Wir haben vorher und auch nachher keine mehr getroffen!! Und auch in den Hütten waren wir nur einmal zu viert und sonst immer alleine. Super :-).
Die weiter Station war Oskampen. Die Hütte wartet gleich mit mehreren Gemeinheiten auf den Skitourengänger. 1. Die Hütte liegt auf einer Anhöhe. 2. Wenn man Luftlinie noch 2km von der Hütte entfernt ist, muss man etwa zusätzliche 3km um den Berg rumlaufen, um von hinten zur Hütte zu gelangen. 3. Steigt man von hinten zur Hütte hinauf gibt es etwa drei Absätze und bei jedem hat man das Gefühl, dass man aber jetzt die Hütte sehen sollte – nix da, man sieht sie erst, wenn man schon fast in der Küche steht. Da braucht es mentale Stärke … ;-). Aber wir werden mit einem schönen Ausblick belohnt.

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Unsere letzte Hütte Skirurusten erreichen wir bei schon fast frühlingshaften Temperaturen, was sich am nächsten Morgen durch eine harte Eisschicht auf dem Schnee bemerkbar macht. Darauf geht es aber in flottem Tempo vorwärts. Durch ein breites, offenes Tal gleiten wir dahin, in die Richtung der Büsche ganz weit vorne … als wir dann näher gekommen sind haben wir dann bemerkt, dass dies gar keine Büsche sind, sondern eine Rentierherde, welche hier ihr Futter sucht.

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Foto: Doreen

Wenn das nicht genial ist. Wir haben dann einen weiten Bogen um sie gemacht, damit sie keine Energie verschwenden, wenn sie vor uns flüchten wollen, was sie dann aber doch ein paar Mal gemacht haben. Aber irgendwann haben wir sie umrundet, so dass wir wieder zurück auf unsere Route konnten. Nachdem wir den pass erreicht haben sind wir in Richtung Yddin und zu unserem Camper zurückgekehrt, ohne jedoch einen Abstecher zum Skaget, dem Wahrzeichen der Gegend, auszulassen.

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Schön wars!
Nachdem ich Doreen zum Flughafen gebracht habe, bin ich weiter südlich gefahren. Auf einem Campingplatz habe ich die 600 Spikes wieder demontiert – die waren definitiv Gold wert – und glücklicherweise blieb die Luft überall in den Reifen drin … ;-). So geht es in den nächsten Tagen via Schwedens Westküste, Roskilde in Dänemark und Dessau zurück nach Hause. Auch wieder schön.
Vielen Dank an all diejenigen, die meinen Blog gelesen oder sich die Bilder angeschaut haben :-).

67°N

Nach dem letzten Blogeintrag habe ich mich dann wirklich nach Westen aufgemacht. In Finnland war das Wetter zu Beginn ganz freundlich, wurde dann aber noch ziemlich garstig. Es hat geschneit und gestürmt – ungemütliche Sache. Aber ich habe ja eine Heizung und sitz ja drinnen während dem Fahren. Auf dem Bild ist die Sturmfront schön zu erkennen.

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Nur musste ich bald mal wieder tanken und das wollte ich noch auf der Finnischen Seite machen – da kriegt man doch etwas mehr für das gleiche Geld, was bei 280l durchaus etwas ausmacht. So muss ich also mitten im Sturm aussteigen und tanken. Schon während dem Tanken dachte ich, dass es komisch ist, dass mich unterhalb des Fahrzeuges Wasser anspritzt. Es hat aber auch so blödsinnig gestürmt, dass es durchaus hätte Wasser sein können. Als der Tank voll war, habe ich meine Hand in das Wasser gehalten … sch….. ahhhh …. das war kein Wasser, sondern Diesel, welche aus einer gebrochenen Schweissnaht des Tanks austritt … so eine Schweinerei! Zum Glück ist mir das an einer Tankstelle passiert, da werden die auslaufenden Flüssigkeiten aufgefangen.
Nun musste ich also das Ding behelfsmässig wieder reparieren. Ducktape, mein guter alter Freund. Nur, das klebt so schlecht, bis gar nicht auf öligem, nassem und kaltem Untergrund … und all das hatte ich in Kombination. Nach gut einer Stunde konnte ich mit Hilfe eines Einheimischen den Dieselausfluss kurzzeitig mit Seife, welche wir in die Ritze gedrückt haben, stoppen. Danach mit Azeton entfetten und die Stelle vor dem Wind und Schnee schützen und die dann zukleben… So konnte ich das kurze Stück nach Norwegen noch hinter mich bringen, musste dort aber nachbessern.
Am nächsten Tag habe ich jemanden gesucht, der mir die 280l Diesel aus dem Tank entfernt (das war das grösste Problem!) und den Tank wieder schweisst. Mit Hilfe von zwei Norwegern in einer Autogarage, welche 2h rumtelefoniert haben deswegen, hat das dann alles funktioniert und am Abend hatte ich wieder einen dichten Tank. Danach konnte es endlich weitergehen in Richtung Tromsø.
Bevor es aber nach Tromsø geht, wollte ich nochmal eine Nacht in der Pampa verbringen, schliesslich war es schon spät. Ein entsprechendes Plätzchen habe ich dann auch gefunden und konnte dort noch ein paar schöne Nordlichter sehen.
Als hätte ich an dem Tag nicht schon genug action gehabt, passierte mir noch der Klassiker. Auto geschlossen, Schlüssel drin, ich draussen. Und das wie gesagt in der Pampa … der Lösungsweg für dieses Problem ist aber ganz einfach. Man muss einfach auf ein Auto warten, in welchem zwei Inder sitzen, wovon einer in Zürich studiert, der durchs Gestrüpp meine Zürcher Autonummer sieht, der neugierig ist, der umdreht, weil er wissen will, wie ich hier hochgekommen bin, die mich bis zur nächsten Tankstelle mitnehmen, wo sie keine Ahnung haben, wie mir zu helfen sei, die aber einen Chef haben, dem sie dann anrufen, der Chef kommt dann, ausgerüstet mit einem Abschlepp-LKW und irgendwelchen Kissen und Stangen, der damit die Tür in 5Minuten öffnen kann. Genau so, muss man in so einer Situation vorgehen … zum Glück ist mir das in den Sinn gekommen, sonst hätte ich die Nacht draussen verbringen müssen …
Am nächsten Tag dann Tromsø. Die Stadt wird ja Paris des Nordens genannt – woher der Vergleich kommen soll, weiss ich nun auch nach dem Besuch nicht, aber es war auf jeden Fall ganz nett.

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Für den Abend habe ich mir dann ein ruhiges Plätzchen gesucht – es könnte ja sein, dass sich wieder ein paar Nordlichter zeigen. Und so war es dann auch. Leider aber wieder ganz zaghaft, aber in der Bergkulisse mit dem Vollmond ein super Anblick.

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Just in dem Moment, in welchem ich gedacht habe, dass es so ruhig sei, führ ein Car daher und entlud ca. 50 Nordlichtjäger auf den Platz. Alle mit gelber Leuchtweste ausstaffiert. Eine moderne Schafherde … aber Moment mal … wo ist der Sicherheitshund? Die sind doch voll ohne Sicherheitshund unterwegs … irgendwann war dann wieder Ruhe. Gut so.
Eine weitere Rundfahrt in der Gegend von Tromsø hat mir dann wieder aufgezeigt, wie sehr die Norweger Tunnels und Brücken lieben. Hier mal etwas zum Kapitel Brücke.

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Die nächste Station ist Å auf den Lofoten. Leider war das Wetter die ganze Zeit ziemlich garstig, so dass ich leider nicht wahnsinnig viele Landschaftsfotos machen konnte. Aber auf den Lofoten kann man ja nicht nur die Landschaft bestaunen, sondern in der aktuellen Zeit auch das hier.

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Dorsch wird hier zu Stockfisch. Zu Zigtausenden hängen diese Kollegen hier ab, bis sie getrocknet sind. Danach werden sie nach Italien exportiert … die dann wahrscheinlich vegetarische Pastasauce damit herstellen … oder so. Ein grausliger Anblick … und riechen tut er auch super …
So, angekommen in Å geht es morgen mit der Fähre nach B odø.

68°N – noch immer.

Jawohl, ich dümple noch immer um den 68. Breitengrad herum. Diese Woche hatte ich Besuch von Martin. Das war toll, mal nicht mehr ganz alleine unterwegs zu sein, sondern die Eindrücke auch mit jemandem teilen zu können. Leider war das Wetter in dieser Woche nicht wirklich toll – Nebel, jeden Tag. Martin hat weder Sonne noch Himmel und somit auch keine Nordlichter gesehen, was natürlich sehr schade ist. Sorry. Ich hoffe, es hat aber trotzdem Spass gemacht.
Wir wollten im Urho Kekonen Nationalpark eine mehrtägige Skitour machen. Der Nationalpark grenzt an Russland und ist anscheinend einer der wildesten. So sagt mir dann auch die Dame in der Touristinfo ohne mit der Wimper zu zucken, dass die Bären ja schlafen und Vielfrass und Wolf ja nicht so gross seien … und wir die Bären halt nicht aufwecken sollen … ja super und WO schlafen die denn? Haben sie Schilder aufgestellt? Sleeping Bear ahaed? Hier konnte sie mir dann nicht weiterhelfen. Egal, wir werden ja nun wohl nicht grad in einen Bär fahren … und der Wolf ist ja nicht so grooss, jajaja, …
So sind wir dann früh morgens aufgebrochen, leider im Nebel und damit mit starkem Einsatz von unseren GPS und Kompass-Geräten.

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Foto: Martin
Einen markierten Weg gab es nur die ersten paar Kilometer, danach ging es in die Wildnis … zu Wolf und Bär … hinter jeder Tanne lauern sie und von denen hat es deren viele. Die Bäume nehmen teilweise bizarre Formen an mit all dem Schnee und Frost hier oben.

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Foto: Martin
Hätte auf jeden Fall genügend Platz für einen Bär sich dahinter zu verstecken … und der kleine Wolf auf der anderen Seite. Jaja, wenn wir kommen, machen die Beiden sicher gemeinsame Sache – der Eine schläft ja noch halb und der Andere ist ja klein …
Nach ein paar aufregenden Stunden im verschneiten Wald haben wir dann zuverlässig die Hütte gefunden. Hier ging es dann erst mal ans einheizen und wenn das Feuer grad so schön brennt – und wir dem schläfrigen Bär und dem kleinen Wolf entkommen sind – kann man ja auch grad noch einen Servela bräteln zum Apero. So langsam hat uns dann gedämmert, dass wir Joggel Teller und Besteck vergessen haben und ohne das die Teigwaren schwierig zu Essen sind. Kurzerhand haben wir uns aus einem Stück Feuerholz das fehlende Werkzeug selber geschnitzt.

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So sind wir also nicht nur Bär und Wolf entkommen, sondern sind selber auch nicht verhungert. Hat auf jeden Fall tiptop funktioniert.
Am zweiten Tag ging es dann in völlig unwegsamem Gelände weiter. Als wir nach vier Stunden durch den Wald kämpfen erst in der Hälfte waren, war ich mit meiner Geduld am Ende. So habe ich dann Martin dazu überredet, eine Abkürzung zu nehmen und ein Tal früher wieder aufzusteigen, was wir dann auch gemacht haben. Und so kamen wir etwas früher als geplant zurück an unseren Ausgangspunkt. Aber der Rückweg war dann auch nicht ohne. Zwar ohne Bär und Wolf, aber dafür wieder mitten im Nebel.

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War aber trotzdem eine gute Tour und spannend, mal einfach anhand Karte und GPS loszulaufen.
Danach sind wir weitergefahren nach Äkäslompolo. Hier wieder Kontrastprogramm, mit vergleichsweise vielen Menschen … naja … streng genommen hat es einfach ein paar wenige Menschen unterwegs. Wir treffen hier super Langlaufbedingungen an und nutzen diese auch entsprechend.
Wenn ich in meine Wetterapp schaue, dann schein an der Küste Norwegens die Sonne und hier soll es die ganze Woche schneien. So werde ich mich dann wohl bald auf den Weg nach Norwegen rüber machen.

68°N

So, mit dem Nordkap hab ich also den nördlichsten Punkt meiner Reise erreicht und das bedeutet, dass die Nummern von den Längengraden wieder kleiner werden und dass es irgendwie in Richtung nach Hause geht. Noch habe ich aber zwei Monate vor mir, ich kann mir also Zeit lassen mit dem zurück donnern. Wär auch zu schade, den Norden schon wieder verlassen zu müssen. Hier oben ist es einfach grandios. Es ist offener und man sieht mehr, als im Süden, wo man fast ausschliesslich durch Wald fährt.
Zu beginn der weiterfahrt ging es dem Fjord entlang in Richtung Süden.

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Die Fischerdörfchen sehen super aus, am Meer gelegen, welches meistens Eisfrei ist und umgeben von Schnee.
Der erste Ort, an welchem ich bleiben wollte war Karasjok. Karasjok ist sozusagen der Hauptort der Samen und beherbergt das samische Parlament und ist nebenbei auch der kälteste Ort in Norwegen (war aber nicht so tragisch, wie sonst halt). Was ich noch nicht rausgefunden habe, ist, wie das dann alles funktioniert. Ich nehme an, es gibt noch ein anderes Parlament.

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Am zweiten Tag habe ich eine Miniskitour gemacht. Es gibt ein Skilift, welcher aber noch nicht geöffnet hat. So bin ich also die Piste hochgelaufen und habe den Blick über Karasjok genossen.

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Der Fluss in der Bildmitte ist komplett zugefroren und dient als neuer Verkehrsweg. Am Abend hat sich meine Geduld ausgezahlt. Meine Nordlicht-App hat für diesen Abend starkes Nordlicht vorausgesagt und der Himmel war klar. Leider war die Beleuchtung von Karasjok etwas störend. Da merkt man mal, wie Lichtverschmutzt die Landschaft ist. Aber ich habe es dann doch noch geschafft, etwas grünes auf Foto zu bannen.

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Dann ging es weiter. Ich brauchte ja noch ein paar Bauteile für mein Taschenreaktörchen … ich geh dann mal shoppen … 😉

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Nach der Shoppingtour sagte ich Finnland hallo. Auf einer fast menschenleeren 100km langen Strecke konnte ich die Schönheit der Landschaft geniessen und wieder viele Rentiere beobachten.

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Man hat das Gefühl, man fährt auf einem Damm, rechts und links wechseln sich zum Teil recht grosse Seen ab.
Am Schluss bin ich in Saariselkä gelandet. Ein gewaltig touristischer Ort und hier ist etwas los. Heute war ich Langlaufen durch eine absolut grandiose Landschaft. Freu mich schon auf morgen.
Ah, ja, was passiert, wenn man an einem scheinbar dunklen Ort mit sehr schwachem Nordlicht ein Foto mit 30Minuten Belichtungszeit macht, sieht man hier.

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71°10’16″N

Keine Angst, auch ich habe das Beamen noch nicht erfunden. Der letzte Beitrag lieg schon länger auf meinem iPad, konnte aber mangels Wlan nie publiziert werden. Drum gibt es heute sogar zwei Updates. Dieser Eintrag ist nun also der Aktuelle.
Beim letzten Eintag bin ich bis Alta gefahren. Von hier bin ich relativ früh – um 8Uhr – was hier oben reichlich früh ist – losgefahren und bin weiter nördlich in Richtung Nordkap gefahren. Dass ich das Nordkap an diesem Tag nicht erreichen würde, ist schon sehr früh festgestanden. Die folgenden zwei Tage würde ich als die bisher Schönsten auf meiner ganzen Tour bezeichnen. Nach Alta fährt man noch eine Weile dem Fjord entlang, bis es dann plötzlich in die Höhe geht. Man schraubt sich über die Baumgrenze und steht plötzlich auf einer riesigen Hochebene. Zusammen mit der aufgehenden Sonne … wow … das kann ich nicht mit Worten beschreiben, seht selbst. Hier ein paar Eindrücke.

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Der Schein trügt nun etwas. Das Wetter war absolut garstig. Es hat gestürmt, so dass man teilweise die Strasse vor Schneetreiben nicht mehr gesehen hat. Zum Glück sitz ich ein bisschen weiter oben, so konnte ich auf das ganze Treiben meistens runterschauen. Aber ich musste eh immer mal wieder stoppen und ich hatte Zeit.
Irgendwann ging es dann wieder runter und ich habe mich dem Olderfjord genähert. Und schon hat die Landschaft wieder gewechselt. Zum weiss des Schnees kommen nun die farbigen Fischerdörfchen hinzu und das Meer das dampft, als wär’s ein beheizter Whirlpool.

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Nach ein paar weiteren Kilometern steh ich plötzlich vor dem Tunnel, der das Festland mit der – ich nenn sie jetzt Mal – Nordkap-Insel verbindet. Der Tunnel ist so in etwa das … hmm … ulkigste, kurioseste, wie auch immer … was ich bisher befahren habe.
Man muss sich das so vorstellen. Man steht vor einem Berg, der zuunterst ein Tunnelportal hat – naja, wie man es halt bei uns auch kennt. Fährt man ins Tunnel rein steht man nach ein paar Metern vor einem Tor, welches sich automatisch öffnet, wenn man sich vooorsichtig nähert. Hat man das Tor passiert kommts. Es geht nämlich wie in einer Wasserrutschbahn steil runter … so richtig steil. Die Lampen huschen immer schneller über mir hinweg und weit unten sieht man, dass sich der Tunnel nach oben neigt. Es geht noch nicht nach oben, sondern zuerst ein paar hundert Meter geradeaus und dann sieht man nur noch Asphalt vor sich. Es geht nach oben. Wieder so richtig steil. Ich wünschte mir noch etwas Schub vom runterpreschen herbei, aber irgendwann ist es geschafft, es geht wieder geradeaus und ich steh vor dem zweiten Tor. So fährt man auf der anderen Seite wieder aus dem Tunnel, welches wieder aus einem Berg hinaus führt, nur ist es nicht der gleiche Berg und er steht nicht einmal auf dem Festland, sondern auf der Insel. Der Tunnel ist 7km lang und führt 200m unter dem Eismeer hindurch. Zuunterst im Tunnel hat es übrigens noch ein riesiges Tor auf der Seite – Zugang zu Atlantis?
Für das Nordkap ist es nun schon zu spät und so beschliesse ich gleich beim Nordportal auf einem Rastplatz zu übernachten. Mit schlafen war dann nicht sonderlich viel. Es hat dermassen gestürmt, dass ich mich schutzsuchend hinter das WC-Häuschen gestellt habe. Irgendwann hat der Wind dann gedreht und dann wieder, … als mein Kühlwagen dann nach der 20sten Böe noch immer stand, habe ich mich dann doch ins Bett getraut.
Gestern war dann also Nordkap-Tag. Im Sommer kann man da ja einfach hinfahren. Im Winter läuft das etwas anders ab. Man besammelt sich um 11Uhr an der letzten Kreuzung. Dort steh ein Räumfahrzeug und eine Sicherheitsbeamtin mit Sicherheitshund.

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Von ihr bekomme ich folgende Order. „Wir fahren um 11Uhr los, im Konvoi, es ist verboten anzuhalten und wenn etwas passieren sollte, soll man unbedingt im Fahrzeug sitzen bleiben, sie kämen dann zu mir“. Man, was ist denn jetzt los, wird ja wohl nicht so dramatisch sein, denk ich …

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Ok, es wär auch ohne das Prozedere gegangen, aber man hätte die Strasse teilweise doch recht suchen müssen.
Aber dann war es geschafft.

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Von hier aus ist es näher zum Nordpol, als nach Hause, aber im Grunde genommen geht es das jetzt – nach Hause – aber gaaaanz langsam … 😉

70°N

Also beim letzten Eintrag war ich in Gällivare. Das war nicht so wie vorgestellt. Es hiess zwar es sei alles geöffnet, aber beim näheren betrachten ging dann nur ein Lift von 5, die Sauna ging nur bis 45° und die Loipen waren auch nicht das, was der Plan versprochen hat. Also weiterfahren.
Von Gällivare ging es auf einer absoluten Hammertour nach Kautokeino

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Die Landschaft war anfänglich noch geprägt von viel Wald, der aber so in Szene gesetzt wurde

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Von Schweden her kommend ging es mit einem kurzen Abstecher durch Finnland nach Norwegen, wo ich dann erst mal übernachtet habe, weil es schon eine ganze Weile dunkel war. So hab ich auch nicht wirklich gesehen, wo ich stehe. War also spannend, am morgen die Rollos aufzumachen. Eine doch etwas veränderte Landschaft hat sich mir dann gezeigt. Die Bäume sind nicht mehr so hoch, eigentlich fast nur noch Buschwerk und es ist flach. Man würde wahrscheinlich eeewig weit sehen, wenn es nicht leicht schneien würde. Also alles einpacken und weiter gehts. Dann, nachdem ich nun schon Elch, Fuchs und Hase gesehen habe, das erste Rentier … halt, klick, weiterfahren … und da noch eins … halt, klick, weiterfahren … und da noch eins – man, da hat’s ja ganz viele. Auf einmal bemerkte ich, dass vieles, was ich für Buschwerk gehalten habe, eigentlich Rentiere waren – hunderte, die sich durch den Schnee graben um an Wurzeln zu gelangen.

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Ja, ich kann eigentlich schon einen Busch von einem Rentier unterscheiden, aber die Sicht war ja aber auch nicht so toll. Leider hatte es auch einige tote Tiere am Strassenrand. Nicht verwunderlich, denn hier wird munter mit 90 Sachen drauflos gebrettert, auch wenn man auf Eis fährt – vor allem die LKW’s kennen gar nichts. So traurig das ist, es hat auch eine kleine positive Seite. Die toten Tiere waren wieder Nahrung für andere. So habe ich einen Fuchs beim fressen gesehen und diverse Vögel. Naja, kleiner Trost.
Weiter ging es dann nach Alta, was sehr schön zwischen Meer und den verschneiten Hügeln der Finnmarksvidda liegt. Für mich war es das erste Mal, dass ich das Meer zusammen mit Schnee gesehen habe. Sämtliche Seen hier sind ja zugefroren und weiss mit Schnee bedeckt. Das Meer hier … ist noch flüssig … naja, aber ist halt so 😉 … da es vom Golfstrom aufgewärmt wird.

Man merkt das auch an der Lufttemperatur. Nachdem ich nun Tagelang tiefe Minusgrade gehabt habe, ist es hier mit nur wenigen Graden unter Null schon fast mild … wenn es nur nicht so stürmen würde.
Hier in Alta habe ich dann auch das erste schwache Nordlicht gesehen – leider zu schwach für ein Foto – das wird eh noch lustig. Wie fotografiert man ein sich bewegendes Objekt in Dunkelheit? Hmm, da muss ich wohl noch ein bisschen an meiner Kamera rumschrauben.

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67°N

Also in Arvidsjaur war ich dann noch Langlaufen, nur 10km, aber bei -27°C lang genug. Es dauerte auf jeden Fall eine Weile, bis ich wieder aufgetaut bin ;-). Am nächsten Tag wollte ich es noch einmal versuchen. Aber es kam anderst.

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Es ist noch einmal kälter geworden, scheinbar sind wir hier auf der Suche nach dem absoluten Nullpunkt – nur noch 240° – go for it … ;-).
Also bei diesen Temperaturen bin ich dann doch nicht nochmals auf die Ski, sondern habe einen Spaziergang um die gefrorenen Seen gemacht. Nach 5Minuten sind wir die Wimpern zusammengefroren, so dass ich kurzzeitig die Augen nicht mehr ganz öffnen konnte. Der Deckel meiner Freitag Tasche war so steif, dass er Waagerecht stehen blieb – beim ganz schliessen dachte ich, der bricht ab. Die Handschuhe waren ebenfalls steif gefroren. Spannend ist das ja schon, was da alles passiert. Aber die Luft war glasklar und die Landschaft wieder traumhaft.

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Dann geht es weiter in Richtung Jokkmokk und damit über den Polarkreis. Hier habe ich das Samische Museum besucht und bin durch das Städtchen geschlendert – ich war der Einzige. Im Cafe dann allerdings nicht mehr. Hier hab ich mal wieder wild übernachtet mit einer Aussicht, die auch nicht schlecht war.

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Am nächsten Morgen war meine Starterbatterie dann komplett entladen, weil ich die Standheizung im Dauerbetrieb ca. 14 Stunden laufen liess. Kein Mucks beim Startversuch des Motors. Bei wieder eisigen Temperaturen bringt eine Batterie schon nicht mehr so viel Saft. So konnte ich wenigstens mein Notfallszenario testen und nach ca. 3h – tadaa – Motor läuft wieder und damit kann alles wieder aufgeladen werden. So geht es dann wieder durch Winterlandschaft weiter nach Gällivare.

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65°N

Arvidsjaur = Ingolstadt? Aber eins nach dem Anderen.
Am Schluss des letzten Eintrages war ich in Idre Fjäll Skifahren. Also der Schnee war super, Pulver wie aus dem Lehrbuch. Nur, man ist jeweils in 3 Minuten wieder unten und friert sich danach 10Minuten lang schier die Nase ab auf dem Lift. Beim runterfahren wird man also nicht wirklich warm, aber dafür gibt es mitten im Skigebiet Grillplätze und Feuerstellen – in Betrieb! – und da grillt sich der Schwede doch prompt seine Pølser darauf – gute Idee.
Von Idre ging es dann am nächsten Tag wieder nordwärts auf der 311 Richtung Tännäs. Irgendwo, natürlich wieder einmal mitten im Nichts, ein Auto, welches von der Fahrbahn abgekommen ist. Der Fahrer läuft mir freudig winkend entgegen als er mich sieht. Zum Glück ist nichts pasiert. Er ist nur von der Fahrbahn abgekommen und er kommt nun weder vor noch zurück. Abschleppseil raus anhängen, rausziehen. Hab gar nicht gemerkt, dass ich einen Audi A6 Quattro am Haken habe …. ups … hab ich jetzt gesagt, dass es ein Audi A6 Quattro gewesen ist? Öhm, naja, sorry. Auf jeden Fall stand der Audi A6 Quattro … äh, schon wieder … 5 Minuten später wieder auf der Strasse. Hoffentlich war da nicht myAudi Schuld daran … egal, fertig jetzt ;-).
Bei mir ging es dann auch wieder weiter – ich wollte ja über die höchstgelegene Strasse – hmm – Schwedens? Oder Skandinaviens? – fahren und oben auf der Passhöhe übernachten. Drüber fahren im Winter ist ja schon eine Schnappsidee, aber oben übernachten noch die Grössere. Das mit dem oben übernachten hab ich dann auch sein gelassen, weil ich schlichtweg nicht gesehen habe, wann ich oben bin …

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Irgendwann ging es dann doch spürbar wieder runter, so dass ich das mit der Übernachtung dort oben gelassen habe. War vielleicht auch besser, denn es hat den ganzen Tag ununterbrochen geschneit. Das Fahren selber war aber problemlos. Ich habe dann aber doch noch ein schönes Plätzchen im Wald gefunden.

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Mit sensationeller Aussicht über einen gefrorenen See.

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Am Abend des nächsten Tages dann ein kleiner Schock – die Heizung läuft nicht mehr an und geht auf Störung. Meine Vermutung: Auf den über 300km Schneepiste hat sich der Luftfilter mit Schnee gefüllt, welcher dann geschmolzen ist. Das Wasser hat dann die Luftzufuhr zur Heizung unterbrochen, resp. den Brennraum unter Wasser gesetzt. Dass Feuer das Wasser nicht mag weiss man schon seit dem Joggeli, der Birnli schütteln geht.Für mich hab ich noch ein Backup, aber was macht der Motor nach einer Nacht bei unter -20°C? Er läuft einfach an … na super … aber gut. Genau so war es dann auch. Wasser raus, starten, etwas qualmen und hüsteln und schon läuft das Ding wieder.
Weiter ging es dann wieder 300km in flottem Tempo nach Östersund, Strömsund, Dorothea, Vilhelmina nach Arvidsjaur. Auf der ganzen bisherigen Reise sind mir fast ausnahmslos einheimische Fahrzeuge entgegen gekommen. Nun aber ca. 80km vor Arvidsjaur kommen mir immer wieder Audi mit Ingolstädter Kennzeichen entgegen … hää? Hier angekommen wird’s dann noch besser – Mercedes und BMW mit BB und Münchner Kennzeichen und komischer Wagenlackierung. Nun dämmerts – hier testen alle Ihre Fahrzeuge! Mann, so ein Job hät ich auch mal gerne – mit einem neuen Auto im Winter durch Schweden kutschieren und ab und zu mal ein Kreuzchen auf einem Protokoll machen … es gibt hier zum Zeil auch Rabatt in Läden für Fahrzeugtester … irr.
Nun aber mal wieder weg von dem Technik und Auto zeugs. Nachdem es in den letzten Tagen nämlich fast immer geschneit oder viel bedeckt war, war heute so eine Art Freiluftkino angesagt gewesen. Hier ein paar Impressionen.

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Da braucht es gar nichts mehr zu sagen – es war einfach nur schön. Danke!
Und bis zum nächsten Mal – fällt dann schon der Polarkreis?

62°N

Nach einer Woche Abstinenz hier nun mal endlich wieder Internet und somit die Möglichkeit, wieder einmal einen Post zu machen.
In der Zwischenzeit bin ich also von Winterthur über Dessau nach Kiel gefahren und bin dort auf die Fähre gefahren. Der Riesenkahn fasst ein paar Hundert Autos und LKW’s – wir waren nur ca. 40. Dementsprechend leer war dann auch das ganze Schiff. Ich hatte zum Teil das Gefühl, ich hätte eine Evakuation verpasst. Aber das Schiff ist nicht voll Wasser gelaufen – obwohl es für seine Grösse ziemlich geschaukelt hat – und ich bin gut in Oslo angekommen. Aber was ist das? Alles Grün!!! Nicht EIN Flecken Schnee hat es hier. Mann, da hätt ich auch zu Hause bleiben können. Die Zöllner meinten noch, schlechtes Jahr für Schnee ….
Ich bin dann erst mal Losgefahren – immer nordwärts – bis mich dann der Winter doch gefunden hat. Nach 4h fahren im Grünen bin ich nahe der Schwedischen Grenze mitten in einen Schneesturm gefahren. Die Strassen waren vereist – ich noch ohne Spikes – und es hat geschneit wie blöd. Gelandet bin ich dann mitten in der Nacht – also so um 16Uhr 😉 – in Sølenstua. Essen, schlafen.
Das Gerutsche wie gestern wollte ich auf keinen Fall nicht mehr, also mussten die Spikes rauf – 150Stück … PRO REIFEN! Meinen Akkuschrauber musst ich bei den eisigen Temperaturen und Schneegestöber zweimal aufladen und gedauert hat die ganze Prozedur einen ganzen Tag – von Dunkel bis Dunkel – also von ca. 10 bis 15Uhr. Am Schluss war es dann aber doch geschafft.
Am Sonntag ging es dann weiter in Richtung Schweden – der Skiort Idre war das Ziel. Die Sonne war da und die Landschaft absolut traumhaft. Alles frisch verschneit und die Luft glasklar. In der Nacht hat es weiter abgekühlt – nun sind wir bei -27°C.

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Vorbei an gefrorenen Seen, einem Elch, Rehe bin ich die kurze Strecke nach Idre gefahren. Noch immer unter 20° Minus. So langsam machen sich die Probleme bemerkbar. Nicht beim Fahrzeug an sich – Auto und Heizung laufen gut, aber die grosse Eingangstür, resp. der daraus entstehende grosse Rahmen ist wie bei einem Kühlschrank weiss vereist. Und diverse kleine Plastikteile fallen einfach ab, weil sie mit der Kälte keine Bewegungen vertragen. Im grossen uns ganzen funktioniert aber das Meiste.
Nicht schön war die Entdeckung heute morgen. Den Ersatzkanister, den ich noch mit Wasser gefüllt hatte, war nur noch halbvoll – ich hatte aber noch kein Wasser daraus entnommen … wo ist das Wasser? Ich habe es dann hinter den Küchenaufbauten in Form von 5kg crushed Ice wieder gefunden …. den heutigen Tag habe ich also damit verbracht, die Kabine wieder trocken zu legen. Dafür ist nun die Tür abgedichtet und ich gehe Nachtschiifahren. Ich werd mich wohl gut einpacken müssen …

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Packat och klart

47°N – 51°N

Heute morgen um 9 Uhr ging es los:

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Sonnig und milde 2° – ob es wohl doch noch mal Winter wird auf meiner Tour? Ich bin mal gespannt.
Über bekanntes Terrain geht es nach Thayngen. Zoll. Der Zöllner schüttelt mit dem Kopf, als er mich sieht. Was denn. Die Deutschen haben Feiertag, aber das ist doch egal. Oder was ist los? Ich lass das Fenster runter. Ich müsse umdrehen! Hä? Ja, ich müsse umdrehen – Paris – Dakar gehe in die andere Richtung … ouu mann … wohl ein kleiner Spassvogel erwischt, aber für einen Zollbeamten nicht schlecht ;-). Er lässt mich dann doch passieren.
Nach 700km Deutscher Autobahn erreiche ich den 51. Breitengrad Nord – Dessau. Hier heisst es morgen wieder packen. Im Moment regnet es aus Kübeln. Wo ist der Winter?

Der Umbau (Teil 2)

Es ist soweit mal vollbracht. Im letzten Blogeintrag habe ich erzählt, wie das mit der Isolierung so geklappt hat. Als Resultat hatte ich danach eine schwarze Höhle. Das konnte man natürlich auf keinen Fall so belassen. In mühsamer Kleinarbeit habe ich die weissen Panels auf die Schwarze Isolation geklebt – das war vielleicht eine Sauerei.

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Mit der Schräge habe ich ein Aluminiumprofil mit Isolation eingepackt. Dieses Profil stellte eine Kältebrücke dar und war regelmässig nass oder im Winter gar gefroren. Zum einen ist so eine Brücke kältetechnisch nicht so toll und zum andern besteht die Gefahr der Schimmelbildung. In der Abschrägung habe ich dann noch zwei Lampen untergebracht. Fertig sieht das Ganze dann nun so aus.

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Damit es so richtig gemütlich wird braucht es natürlich noch ein paar Polster auf den harten Holzbänken. Vielen Dank an meine Mami für die professionelle Näharbeit. Zusammen mit meinem Tisch sieht die Ecke ganz gut aus.

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Der Tisch kann bei Nichtgebrauch platzsparend verstaut werden.

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Dann ging es ans testen. Dafür bin ich ein paar Tage ins Engadin gefahren und habe der Kabine noch den vorerst letzten Schliff verpasst. Leider war es nicht ganz so kalt – lediglich minus 16 Grad hatte ich einmal. Es hat alles geklappt. Die Heizung hat munter vor sich hin geschnurrt und in der Kabine war es schön warm.

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Zurück ging es dann über den Julier und auch auf über 2200 Meter über Meer hat die Heizung problemlos gezündet – von wegen, nur bis 1500 …

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Und heute, ja heute war packen angesagt, denn morgen Montag geht es los … 🙂

Der Umbau (Teil 1)

Wie schon beschrieben geht es im Moment um den Innenausbau von meinem Wohnmobil. Warum überhaupt? Nun, der Vorbesitzer des Fahrzeuges hat den Innenausbau schon gemacht. Dieser entsprach aber in folgenden Hauptpunkten nicht meinen Bedürfnissen:

  • Sehr grosse Ladefläche und kleiner Wohnraum. Mein Vorgänger ist mit seinem Quad in den Kofferraum des Wohnmobiles gefahren … brauch ich definitiv nicht … was zur Folge hatte, dass der Wohnraum relativ klein und ungemütlich ausgefallen ist.
  • Der Vorgänger war nur im Sommer unterwegs, was zwar dem Fahrzeug gut tut, aber halt eben auch nur halb so viel Spass macht. Das heisst, es musste einiges betr. Isolation und Heizung gemacht werden.

Das sind nun die beiden Hauptpunkte, welche mich dazu bewogen haben, eine Umbauaktion zu starten. Hier noch ein paar Bilder vom Ursprungszustand.

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Unter dem Leopard – sorry – unter dem Bett sieht man den Eingang zur Ladehalle …
Ebenfalls ein Dorn im Auge waren mir die grossen Kästen, welche sehr hoch angeordnet sind – ergibt insgesamt ein kopflastiges Fahrzeug, was nicht gut ist. Also weg damit.

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Das nicht mehr gebrauchte Holz von Türen, Tablaren, usw. hatte schon ein grosses Gewicht.

Schnell hat sich gezeigt, dass der Umbau keine leichte Angelegenheit wird. Alles ist eng zusammengebaut und wenn man als Beispiel das Bett abbauen will, muss man aber zuerst die Kästchen abbauen, da wiederum muss man aber zuerst die Küchenzeile halb abbauen, und und und.
Dann ging es an die Konstruktion des Bettes. Ursprünglich war der Plan, ein Bett zu bauen, welches als Einzel-, als Doppelbett und als Liegesessel verwendet werden kann. Uff. Im Prinzip hat meine Lösung ja auch funktioniert, war aber eine ziemliche Klemmerei, da ich die einzelnen Elemente des Bettes nicht richtig führen konnte.

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Das Bild oben zeigt den Zustand als Einzelbett. Die obere Matratze konnte man Hochklappen – auf der unteren Matratze konnte man dann aufrecht sitzen und zusammen mit einem Rückenpolster war dies dann der Liegesessel. Um das Doppelbett aufzubauen konnte man die untere Matratze anheben, nach vorne ziehen und die hintere Matratze wieder runterklappen. Wie gesagt, im Prinzip hat’s funktioniert ;-).
Nach ein paar weiteren Versuchen habe ich dann den Punkt „Liegesessel“ gecancelt. Auf der Suche nach einem einfachen Prinzip um schnell von einem Einzel- zu einem Doppelbett zu kommen habe ich einmal auf meine ineinander verschränkten Finger geschaut … das ist das Resultat:

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Ich habe zwei günstige Lattenroste – danke Ikea – so modifiziert, dass ich sie ineinander schieben kann – von Doppelbett zu Einzelbett und umgekehrt. Das tut ganz gut. Die Roste sind zudem hinten mit einem Scharnier versehen, so dass man sie vorne anheben kann um unterhalb des Bettes etwas verstauen zu können. Diese Funktion ist aber nicht Bestandteil der aktuellen Bauphase – sonst komm ich hier ja gar nie vom Acker ;-).
Es ist teilweise zum davonrennen, wieviele Dinge man beachten muss. So habe ich die Lattenroste mehrfach ausgemessen und zugesägt – mal hat es Einzel gepasst, aber für das Doppelbett nicht und umgekehrt. Das nur ein Beispiel. Ein anderes Beispiel wär die Geschichte von der Gasflasche, welche innerhalb einer Stunde im Durchmesser mehrere Zentimeter zugenommen hat, und sich somit nicht mehr wechseln liess … aber lassen wir das. ;-). Irgendwann kommt die eh weg – Gasflaschen im Auto sind mir nicht geheuer. Heizen kann ich im Moment ja mit schon mit Diesel, und das Ziel ist, Diesel auch zum Kochen zu verwenden.
So sind wir bereits beim Thema Heizung und Isolation. Ich will ja ab Januar in den arktischen Winter nach Skandinavien. Karasjok im Norden von Norwegen hatte ja schon mal -28 Grad Celsius gemeldet gehabt und selbst -40 Grad soll keine Seltenheit sein. Also muss eine gute Heizung her und die Isolation von meinem (böse Zungen haben dem auch schon Bofrost Kühlwagen gesagt) Kabäuschen verbessert werden.
Wie schon gesagt, habe ich aus diesem Grund eine Diesel-Standheizung einbauen lassen (danke Andreas). Nun möchte ich aber auch die Motorabwärme während dem Fahren dazu nutzen um die Kabine sozusagen gratis Heizen zu können. Dafür habe ich mir folgende Schaltung überlegt:

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Im Motorkreislauf wird entweder durch die Standheizung und/ oder durch den Motor das Kühlwasser erhitzt, welches die Wärme an einen Wärmetauscher abgibt.
Auf der Wohnkabinenseite zapfe ich die Wärme ebenfalls mit Kühlwasser ab und führe dieses mittels Umwälzpumpe zu verschiedenen Heizkörpern im Wohnbereich und zu einem Warmwasserboiler.

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Mit diesem erhalte ich heisses Wasser zum Spülen und Duschen. Zusätzlich besitzt der Boiler auch eine elektrische Zusatzheizung. Mit dieser kann der Prozess umgekehrt ablaufen, wenn man zum Beispiel auf einem Campingplatz an 230V eingesteckt hat – to be tested … ;-). Mit einem Temperaturschalter steuere ich die Umwälzpumpe der Kabine und kann so die Temperatur einstellen.

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Damit Wärme auch im Fahrzeug bleibt und nicht die Umgebung mitgeheizt wird habe ich an den Wänden eine zusätzliche Isolationsschicht angebracht. Zusätzlich habe ich die Kältebrücken in den Ecken mit einer zusätzlichen Schicht eingepackt.

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Die Isolation wird dann wieder mit einer hellen Verkleidung eingepackt – im Moment herrscht grad ein bisschen Höhlenfeeling … ;-).

Wenn dann das gemacht ist, geht es weiter. So müssen die Sitzgruppe und die Heizkörper noch verkleidet werden und diverse kleinere Arbeiten. Die werden komischerweise immer mehr als dass sie abnehmen … so explodiert meine Taskplanung bald noch mehr …

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Nächste Woche geht es weiter – mal schauen, was noch alles zum Vorschein kommt :-).

Zurück von Nepal – wie geht es weiter?

Ja, Nepal ist nun schon einige Zeit her, die Eindrücke werden aber noch lange nachwirken. Wie geht es nun weiter mit meinem Sabbatical?

Eigentlich wär ich jetzt schon seit zwei Wochen am Endausbau von meinem Camper. Aber Leider haben die benötigten Teile länger für die Herstellung gebraucht und so steht das Wohnmobil noch immer beim Mech in der Werkstatt. Montiert wird ein doppelt so grosser Tank für eine Reichweite von über 1000km und eine zusätzliche Standheizung für Motor und Innenraum – damit ich in Skandinavien nicht festfriere.

Da wären wir auch schon beim Thema – Skandinavischer Winter mit Wohnmobil, Skiern und hoffentlich Aurora Borealis – Nordlichter. So ganz grob steht meine Reiseroute schon. So geht es von Winterthur aus in der Mitte von Schweden hoch, dann rüber nach Finnland und dann ganz in den Norden zum Nordkapp in Norwegen. Zurück geht es über die Lofoten und einigen Abstechern nach Schweden via Norwegen zurück in die Schweiz. Hier noch kurz eine Liste der Orte: A Winterthur – B Dessau – C Göteborg – D Östersund – E Jokkmokk – F Rovanjemi – G Ivalo – H Kittilä – J Kautokeino – K Karasjok – L Kirkenes – M Nordkapp – O Kiruna – P+Q Lofoten – U Oppdal – V Geilo – W Winterthur.

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Die Wetterstation in Karasjok meldet schon mal frostige -28°C und folgende Warnungen:

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Na dann muss ich in den nächsten Tagen wohl noch eine Schicht Isolationsmaterial im Camper anbringen 😉

Heimweg – Hoselotteri – Raclette

5Uhr … Aufstehen und frühstücken … schliesslich geht es zurück in die Schweiz. Nach kurzer Fahrt im Taxi erreichen wir Kathmandu International Airport. Von dort fliegen wir nach Muscat (Oman). Wir fliegen über spannende Landschaften, Felder, Wiesen aber vor allem über Sand und Wüste.

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In Muscat wechseln wir das Flugzeug und haben grad noch Zeit, einen Kaffee, ein Schokoladenmuffin und einen supersüssen Quarkkuchen zu essen, bevor es weiter Richtung Mailand geht. In Mailand gibt es einen kurzen Zwischenstopp – die Italiener verlassen den Flieger, wir bleiben sitzen – noch kurz enteisen und dann geht es über die Alpen und wenige Minuten später sind wir schon in Zürich.
Nach 20h reisen schläft es sich super wieder im eigenen Bett ;-).

Am nächsten morgen mal wieder andere Hosen anziehen – oh, lottert. Nach kurzem wägen steht es fest: 5 Wochen Ferien – minus 4.5kg – gut so :-). Aus diesem Anlass gibt es dann auch grad Raclette zum Znacht … njammi … 🙂

Nachtrag: Bhaktapur

An unserem letzten Tag in Nepal haben wir noch einen Ausflug nach Bhaktapur gemacht. Eine Stadt, welche so aussieht wir noch vor hunderten von Jahren. Verschiedene Tempel schmücken die Stadt und Verkaufsstände gibt es wieder in massen.

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Das Highlight für mich war der Töpfermarkt. Auf einem einzigen Platz wird der Ton hergestellt, Töpfe und Vasen geformt, getrocknet und gebrannt. Zur Formung werden riesige Holzräder verwendet, welche mit einem Stock in Drehung versetzt werden. Darauf wird dann der Ton platziert und los gehts.

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Tashi delek Langtang

Am 4.11. sind wir früh morgens von unserem Hotel in Kathmandu aufgebrochen um unseren Jeep nach Shyaphru Besi zu erwischen. Es gibt verschiedene Transportmittel in Nepal: Local Bus, Express Bus und eben Jeep. Die Busse hier entsprechen in den Abmassen ungefähr unseren Minibussen mit ca. 20 Plätzen.
In den Local Bus werden hier aber mindestens 40 Personen gequetscht, inkl. dem ganzen Gepäck (mitunter auch mal Hühner, 30l Benzin, … halt alles was man so braucht). Auf das Dach kommt dann noch das grössere Zeugs wie Möbel, Abflussrohre, … ach ja und vielleicht auch nochmals 20 Personen. Der Local Bus nimmt auch unterwegs noch alle Personen mit, welche mitfahren wollen.
Beim Express Bus sieht es ähnlich aus, nur dass auf dem Dach keine Personen mitfahren und mehr oder weniger durchgefahren wird.
So, und nun Jeep. Uns wurde ja versprochen, dass dies die angenehmste Reiseart sei. Der Jeep sieht aus, wie ein Jeep halt auch bei uns aussieht. Wir waren als erste Gäste da und haben uns mal gemütlich hingesetzt. Soweit so gut.
Gemütlich wars dann nicht lange. Im Jeep fahren nämlich 11 Personen mit und nicht wie bei uns 5!! Mit kleinen Nepalis geht das vielleicht, aber wir waren 4 Europäer, zwei Nepalesische Big Mamas und dann noch die 5 Durchschnitts-Nepali.
So sind wir dann also losgefahren. 110km ist ja nicht so viel …
Ach ja, fast vergessen – das Gepäck wurde auf dem Dach festgebunden – inkl. den zwei Plastiktonnen voller Fische – lebende – inkl. dem Wasser dazu.
Nach 7h Rüttelfahrt – vielfach nahe, bis sehr nahe am Abgrund, 9 Checkposten von Armee und Polizei (immer schön Abwechslungsweise) sind wir dann in entsprechender Verfassung in Shyaphru Besi, dem Ausgangspunkt unseres Langtang-Trekkings angekommen.
Nach einem kurzen Aufstieg noch am gleichen Tag haben wir bei einer Farmerfamilie in deren Lodge übernachtet und haben, da wir die einzigen Gäste waren, deren Lebensstil hautnah miterleben können. So haben wir am zweiten Tag der Familie geholfen, den geernteten Weizen zu dreschen. Oder zumindest haben wir es versucht – die entsprechenden Blasen haben wir schon nach kurzer Zeit eingefahren … 😉

In Ghodatabela haben wir die Familie besucht, wo Doreen die eine Tochter finanziell unterstützt um eine gute Ausbildung zu bekommen. Nach dem Fotoshooting für ein Familienbild waren natürlich alle gespannt, wie die Fotos geworden sind.

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In weiteren Tagesetappen sind wir dann via Langtang weiter bis nach Kanjin Gumpa (3870m) hochgestiegen.

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Als Nachmittags- und Akklimatisierungstour haben wir bei leichtem Schneefall noch den Kyanjin Ri (4545m) bestiegen.

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Am Tag drauf sind wir um 4:30 Uhr aufgebrochen und sind ca. 4h später auf dem verschneiten Gipfel des Tserko Ri (4984m) gestanden. Ein absolut umwerfendes Panorama durften wir geniessen.

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Nach einem weiteren Besuch bei der Familie Jangba sind wir früher wieder zu unserem Ausgangspunkt abgestiegen, weil anscheinend wegen einem landesweiten Streik (Parlamentswahlen in Nepal Ende November) keine Busse und nichts fahren soll.
So war es dann auch. Die Hauptstrasse durch Shyaphru Besi glich einer Fussgängerzone – kein Auto und kein LKW fuhr mehr – mit Ausnahme von Parteifahrzeugen mit Lautsprechern und laut skandierenden Menschen auf der Ladefläche.
Nach einigen Stunden Verspätung ist unser Jeep dann doch eingetroffen. So mussten wir dann eine weitere abenteuerliche Fahrt – nun bei Dunkelheit – über uns ergehen lassen. Zum Teil hat unser Fahrer das Innenlicht im Fahrzeug eingeschaltet – wohl deswegen, damit alle sehen, dass wir Touristen sind und keine Streikbrecher … :-s

Nun haben wir noch zwei Tage Kathmandu und dann gehts zurück in die Schweiz – auch wieder schön ;-).

Zurück in der Hauptstadt

Wir haben es trotz Streik in ganz Nepal von Langtang zurück nach Kathmandu geschafft. Für die knapp 110km lange Strecke benötigten wir 7h … und das mit einer schnellen Verbindung im Jeep … soviel zu den Strassenverhältnissen hier … Steissbein und Genick sind deutlich zu spüren … 😉
Nun wieder in Kathmandu, geniessen wir erst einmal ein Frühstück in der Sonne auf der Gartenterrasse … zum ersten Mal seit langem ohne Daunenjacke.
In zwei Tagen geht es zurück in die Schweiz – bis dahin bleibt noch Zeit, die Notizen der letzten Tage aufzuarbeiten und hier zu posten. CU

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Pokhara

Also gaaanz grob betrachtet ist Pokhara das Zürich von Nepal. Mit einem See voller Ausflugsboote, einer Seepromenade, einer Art Bahnhofstrasse mit vielen Geschäften und einem Hausberg mit Absprungmöglichkeit für Gleitschirmpiloten.

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Genauer betrachtet gibt es dann doch Unterschiede: So lädt zum Beispiel das Wasser des Fewa Lakes nicht unbedingt zum Baden ein und die Geschäfte und Cafés sind nicht so piekfein, wie die in good ol‘ Zurich aber durchaus reizvoll – gut so. Ah ja, es kostet alles nur 1/10 hier.
Heute ging es per Boot über den See, damit wir auf der anderen Seite zur World Peace Stupa hochwandern konnten.

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Aktuell beträgt hier die Temperatur ca. 25 Grad, bei einer Luftfeuchtigkeit von 99%. Bei der Stupa oben angekommen, waren wir auf jeden Fall pflotschnass, so dass wir beschlossen haben, dass uns die Höhe zwischen 2000 und 3000m.ü.M am besten zusagt :-). Leider war aufgrund der Feuchtigkeit auch die Fernsicht stark beeinträchtigt, so dass das Panorama nur auf Postkarten bestaunt werden konnte.

Nach dieser „Tortour“ haben wir uns erst einmal in ein Café gesetzt. Hübsch angelegt in einem Garten. Hier soll noch erwähnt werden, dass die Schmetterlinge hier in Nepal zum Teil einiges grösser sind als bei uns und sehr schön anzuschauen … wären, wenn sie endlich still sitzen bleiben würden. So bin ich also in dem besagten Garten mit der Kamera auf die Pirsch. Mit dem Iphone hat es nicht ganz so gut geklappt, hier aber trotzdem ein kleines Müsterli.

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Nachdem wir heute noch ein paar Einkäufe erledigt und unsere Trekkingwäsche sauber zurück bekommen haben, geht es morgen wieder zurück nach Kathmandu, wo dann am Tag drauf der zweite Teil unserer Trekkingreise beginnt – Langtang wir kommen – stay tuned :-).

Was bisher geschah …

Sorry, für die lange Wartezeit an all diejenigen, welche sich tatsächlich auf meinen Blog verirrt haben. Eigentlich wollte ich in Arughat Bazar noch etwas schreiben, aber der Ort war schon dermassen abgelegen, dass hier nichts mehr zu machen war. Nun aber der Reihe nach.
Wir sind also am 17.10. mit dem Landcruiser (darauf war unser Guide besonders stolz … und wir schlussendlich sehr froh) früh morgens in Katmandu losgefahren. Kilometermässig hatten wir nicht so viel vor – also eine kurze Sache … war auch so, bis auf die letzten 30km. Unser Fahrer hat schon gesagt, dass die etwas länger gehen werden, weil die Strasse nicht Asphaltiert sei – naja, für etwas haben wir ja den Landcruiser – also ganz entspannt … So entspannt war es dann also tatsächlich nicht. Für die 30km brauchten wir 4 Stunden und wurden mächtig durchgeschüttelt – „Road Rafting“ hat dies unser Fahrer treffend beschrieben. So haben wir dann 1.5 h an folgender Stelle verbracht

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Der Bus, vollbeladen bis übers Dach hinaus, ist in einer starken Steigung im Schlamm stecken geblieben – das Verkehrschaos komplett. 10 nachfolgende Busse und LKW’s später ging es dann weiter.
Wer mich kennt, weiss, wie froh ich war, als wir endlich angekommen sind.
Am folgenden Tag ging es dann endlich zu Fuss weiter. So sind wir die kommenden 4 Tage meistens in einer engen Schlucht, meistens auf einem zum Teil haarsträubenden weg, weit über dem tosenden Fluss.

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So war es denn auch nicht verwunderlich, dass anscheinend in der Zeit, in welcher wir auf dem Treck waren, 4 Menschen gestorben sind, weil sie entweder ausgerutscht, von Mulis über die Kante gestossen wurden oder bei Hilfsaktionen ertrunken sind …

Bei 500m.ü.M sind wir gestartet und haben uns immer weiter hoch gearbeitet. Übernachtet haben wir jeweils in einfachsten Hütten, wo der Wind so durch das Mauerwerk geblasen hat, dass man im Zimmer gut einen Drachen hätte steigen lassen.

Als sich das Tal öffnete, war die Aussicht schlicht atemberaubend

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Unsere letzte Übernachtung vor dem Larkhe Pass haben wir auf über 4400m in Dharamsala verbracht – und dies im Zelt, was aber super war.
Morgens um 3 ging es dann los und wir sind im Schein der Stirnlampen dem 5260m hohen Larkhe Pass entgegen gewandert.

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Anscheinend schaffen es im Jahresdurchschnitt nur gerade 40% der Personen über den Pass – dies vor allem wegen dem Wetter und der Höhe. Aber wir hatten Glück.

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Nach dem mehrtägigen Abstieg haben wir für das letzte Stück noch den Bus genommen, auf einer ebenso holprigen Strasse – aber man gewöhnt sich ja an alles. Sehenswert sich auf jeden Fall immer die angebrachten Verzierungen.

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Nun sind wir wieder in der Zivilisation angelangt – in Besisahar – einer quirligen Kleinstadt mit vielen pittoresken Läden für alles – von Massschuhen bis Wellblech fürs Dach.

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Morgen geht es dann weiter mit dem Jeep nach Pokhara – zum Ausspannen ;-).

Nur eine Frage ist noch nicht geklärt – rasieren oder nicht 😉

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