Fire & Ice (Teil 1)

Es ist schon wieder eine ganze Weile her seit meinem letzten Eintrag hier. Na dann mal los …

Der Sturm hat sich dann also doch mal noch gelegt und so bin ich aus meinem sicheren Versteck hervorgekommen und konnte die weiteren Schönheiten des Landes bewundern. So wie hier den Dettifoss.

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Gewaltige Wassermassen oder eher Gletschermilch (oder noch besser Ovi) schiessen unaufhörlich in die Schlucht runter. Wenn man den Dettifoss googelt, stösst man auf den folgenden Absatz in Wikipedia:
Der Dettifoss ist der größte Wasserfall im Nordosten Islands und durch die Kombination aus Volumenfluss und Fallhöhe, knapp vor dem Rheinfall, der leistungsstärkste Wasserfall Europas.“ … als Schaffhauser hat man daran natürlich keine Freude … mist aber auch …

Mit dieser Niederlage in den Knochen geht es zurück in Richtung Süden um die paar Kilometer auf der Ringstrasse zum Myvatn zurückzulegen.
Noch vor dem Myvatn komme ich aber noch am Hochtemperaturgebiet Namaskard vorbei – es stinkt schon von weitem nach faulen Eiern und eigentlich will man einfach weiter fahren. Aber ich finde solche Dinge sehr spannend und somit heisst es raus in die Stinkluft.
Hier brodelt, blubbert und faucht es zur Erde raus. Spannend. Und ich Frage mich, was wohl passieren würde, wenn man dort wo es zur Erde herausdampft, einfach mal ein Loch graben würde. Ich stelle mir das als dünne Erdschicht vor und darunter hat es einen See aus glühender Lava – würde sicher schön aussehen … aber vermutlich warm … und gleich nebendran steht noch der Vulkan Krafla, bei welchem man sich nicht fragt, ob, sondern wann er ausbricht – er ist überfällig … hmm … vielleicht doch besser kein Loch graben …

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Das Farbenspiel ist faszinierend … und der Wind ist wieder mal sehr dominant. So dominant, dass ich mich hinreissen lasse, ihn anzuschreien, ob er denn auch mal normal tun könne … dies sogar noch auf Video aufnehme … worauf aber nur der Wind zu hören ist … jajaja … lassen wir das.

Was gibt es sonst noch? Da wär noch diese Höhle. Ein unscheinbarer Spalt in der Erde und darin hat es einen kleinen See mit kristallklarem, bläulich schimmerndem Wasser. Anscheinend konnte man hier früher drin baden … jetzt nicht mehr … das Wasser hat seit den letzten vulkanischen Aktivitäten in den 70ern über 60°C … und ausserdem ist die Decke einsturzgefährdet. Tatsächlich hat es dann auch ein paar Brocken, die so aussehen, als wären sie nicht mehr so sicher an ihrem Platz. Also dann wieder nichts wie raus.

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Dann ist da noch der alte Vulkan Hverfjall. Von oben betrachtet – z.B. auf Google Maps – sieht man, dass er fast kreisrund ist. Von oben hat man einen schönen Rundumblick über die Gegend.

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Nach der Erkundung der Myvatnumgebung geht es weiter in Richtung Westen, Richtung Godafoss und Akureyri. Am Godafoss fahre ich zuerst mal vorbei, resp. ich tanke nur mal. Denn es geht wieder ins Hochland. Laugafell ist das Ziel. Um dahin zu kommen, gibt es verschiedene Wege. Gemäss meinem Reiseführer für die Hochlandpisten soll die F821 schön sein und einfach zu fahren – also Schwierigkeitsgrad 2 von 5. Das hat bisher immer ganz gut geklappt. So bin ich also losgezuckelt. Am Anfang ging es ja noch ganz ok – bis dann die Steine immer grösser und die Strasse immer steiler wurde – sieht man auf dem Bild natürlich nicht … im Nachhinein habe ich im Internet gelesen, dass die F821 zu den gefährlichsten Strassen der Welt zählen soll, was definitiv massiv übertrieben ist, aber im Vergleich dazu war der Rückweg über die Sprengisandur (auch als SG 2) wie auf der Autobahn.

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Auch wenn ich zwischendrin mehrfach gefunden habe, was ich denn hier mit dem Wohnmobil mache und dass ich da eigentlich nicht wirklich hingehöre, hat es dann doch ohne Probleme geklappt – bin noch nie so lange im 1. Gang und eingeschalteter Untersetzung gefahren. Oben angekommen ging es dann in flotterem Tempo weiter zum Laugafell und seinem warmen Pool mitten im Nirgendwo.

Am morgen darauf ging es dann eben über die Autobahn retour zum Godafoss, anfänglich durch Nebel …

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… der sich dann aber schnell verzogen und eine traumhafte Kulisse zum Vorschein gebracht hat.

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Mitten in der Wüste habe ich dann noch eine Fata-Morgana gesehen … von Weitem … Wasser … von Nahem wars dann auch nix damit … 🙂

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Wie es weitergeht erfahrt ihr im Teil 2.