67°N

Nach dem letzten Blogeintrag habe ich mich dann wirklich nach Westen aufgemacht. In Finnland war das Wetter zu Beginn ganz freundlich, wurde dann aber noch ziemlich garstig. Es hat geschneit und gestürmt – ungemütliche Sache. Aber ich habe ja eine Heizung und sitz ja drinnen während dem Fahren. Auf dem Bild ist die Sturmfront schön zu erkennen.

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Nur musste ich bald mal wieder tanken und das wollte ich noch auf der Finnischen Seite machen – da kriegt man doch etwas mehr für das gleiche Geld, was bei 280l durchaus etwas ausmacht. So muss ich also mitten im Sturm aussteigen und tanken. Schon während dem Tanken dachte ich, dass es komisch ist, dass mich unterhalb des Fahrzeuges Wasser anspritzt. Es hat aber auch so blödsinnig gestürmt, dass es durchaus hätte Wasser sein können. Als der Tank voll war, habe ich meine Hand in das Wasser gehalten … sch….. ahhhh …. das war kein Wasser, sondern Diesel, welche aus einer gebrochenen Schweissnaht des Tanks austritt … so eine Schweinerei! Zum Glück ist mir das an einer Tankstelle passiert, da werden die auslaufenden Flüssigkeiten aufgefangen.
Nun musste ich also das Ding behelfsmässig wieder reparieren. Ducktape, mein guter alter Freund. Nur, das klebt so schlecht, bis gar nicht auf öligem, nassem und kaltem Untergrund … und all das hatte ich in Kombination. Nach gut einer Stunde konnte ich mit Hilfe eines Einheimischen den Dieselausfluss kurzzeitig mit Seife, welche wir in die Ritze gedrückt haben, stoppen. Danach mit Azeton entfetten und die Stelle vor dem Wind und Schnee schützen und die dann zukleben… So konnte ich das kurze Stück nach Norwegen noch hinter mich bringen, musste dort aber nachbessern.
Am nächsten Tag habe ich jemanden gesucht, der mir die 280l Diesel aus dem Tank entfernt (das war das grösste Problem!) und den Tank wieder schweisst. Mit Hilfe von zwei Norwegern in einer Autogarage, welche 2h rumtelefoniert haben deswegen, hat das dann alles funktioniert und am Abend hatte ich wieder einen dichten Tank. Danach konnte es endlich weitergehen in Richtung Tromsø.
Bevor es aber nach Tromsø geht, wollte ich nochmal eine Nacht in der Pampa verbringen, schliesslich war es schon spät. Ein entsprechendes Plätzchen habe ich dann auch gefunden und konnte dort noch ein paar schöne Nordlichter sehen.
Als hätte ich an dem Tag nicht schon genug action gehabt, passierte mir noch der Klassiker. Auto geschlossen, Schlüssel drin, ich draussen. Und das wie gesagt in der Pampa … der Lösungsweg für dieses Problem ist aber ganz einfach. Man muss einfach auf ein Auto warten, in welchem zwei Inder sitzen, wovon einer in Zürich studiert, der durchs Gestrüpp meine Zürcher Autonummer sieht, der neugierig ist, der umdreht, weil er wissen will, wie ich hier hochgekommen bin, die mich bis zur nächsten Tankstelle mitnehmen, wo sie keine Ahnung haben, wie mir zu helfen sei, die aber einen Chef haben, dem sie dann anrufen, der Chef kommt dann, ausgerüstet mit einem Abschlepp-LKW und irgendwelchen Kissen und Stangen, der damit die Tür in 5Minuten öffnen kann. Genau so, muss man in so einer Situation vorgehen … zum Glück ist mir das in den Sinn gekommen, sonst hätte ich die Nacht draussen verbringen müssen …
Am nächsten Tag dann Tromsø. Die Stadt wird ja Paris des Nordens genannt – woher der Vergleich kommen soll, weiss ich nun auch nach dem Besuch nicht, aber es war auf jeden Fall ganz nett.

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Für den Abend habe ich mir dann ein ruhiges Plätzchen gesucht – es könnte ja sein, dass sich wieder ein paar Nordlichter zeigen. Und so war es dann auch. Leider aber wieder ganz zaghaft, aber in der Bergkulisse mit dem Vollmond ein super Anblick.

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Just in dem Moment, in welchem ich gedacht habe, dass es so ruhig sei, führ ein Car daher und entlud ca. 50 Nordlichtjäger auf den Platz. Alle mit gelber Leuchtweste ausstaffiert. Eine moderne Schafherde … aber Moment mal … wo ist der Sicherheitshund? Die sind doch voll ohne Sicherheitshund unterwegs … irgendwann war dann wieder Ruhe. Gut so.
Eine weitere Rundfahrt in der Gegend von Tromsø hat mir dann wieder aufgezeigt, wie sehr die Norweger Tunnels und Brücken lieben. Hier mal etwas zum Kapitel Brücke.

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Die nächste Station ist Å auf den Lofoten. Leider war das Wetter die ganze Zeit ziemlich garstig, so dass ich leider nicht wahnsinnig viele Landschaftsfotos machen konnte. Aber auf den Lofoten kann man ja nicht nur die Landschaft bestaunen, sondern in der aktuellen Zeit auch das hier.

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Dorsch wird hier zu Stockfisch. Zu Zigtausenden hängen diese Kollegen hier ab, bis sie getrocknet sind. Danach werden sie nach Italien exportiert … die dann wahrscheinlich vegetarische Pastasauce damit herstellen … oder so. Ein grausliger Anblick … und riechen tut er auch super …
So, angekommen in Å geht es morgen mit der Fähre nach B odø.

3 Gedanken zu „67°N

  1. Hallo Roman
    Bist du gut in B odo – smile- gelandet? Hast du gestern auch diese genialen Nordlichter gesehen? Wir waren über 5 Stunden draussen, und ein Nordlicht hat das Nächste abgelöst. Vor lauter schauen vergisst man fast, abzudrücken. Morgen verlassen wir Tromsö Richtung Schweiz.

    War schön, dich getroffen zu haben. Weiterhin viel Spass wünschen dir
    Susanne und Peter

    Ps. Fotos zeigen wir dir auf dem Thurberg

  2. Diese Erlebnisse sind echt Sensationell.Hoffe es geht noch alles gut.Das nächste mal nimmst du mich mit,gäll.Freue mich dich wieder zu sehen. LG PA.

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