68°N – noch immer.

Jawohl, ich dümple noch immer um den 68. Breitengrad herum. Diese Woche hatte ich Besuch von Martin. Das war toll, mal nicht mehr ganz alleine unterwegs zu sein, sondern die Eindrücke auch mit jemandem teilen zu können. Leider war das Wetter in dieser Woche nicht wirklich toll – Nebel, jeden Tag. Martin hat weder Sonne noch Himmel und somit auch keine Nordlichter gesehen, was natürlich sehr schade ist. Sorry. Ich hoffe, es hat aber trotzdem Spass gemacht.
Wir wollten im Urho Kekonen Nationalpark eine mehrtägige Skitour machen. Der Nationalpark grenzt an Russland und ist anscheinend einer der wildesten. So sagt mir dann auch die Dame in der Touristinfo ohne mit der Wimper zu zucken, dass die Bären ja schlafen und Vielfrass und Wolf ja nicht so gross seien … und wir die Bären halt nicht aufwecken sollen … ja super und WO schlafen die denn? Haben sie Schilder aufgestellt? Sleeping Bear ahaed? Hier konnte sie mir dann nicht weiterhelfen. Egal, wir werden ja nun wohl nicht grad in einen Bär fahren … und der Wolf ist ja nicht so grooss, jajaja, …
So sind wir dann früh morgens aufgebrochen, leider im Nebel und damit mit starkem Einsatz von unseren GPS und Kompass-Geräten.

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Foto: Martin
Einen markierten Weg gab es nur die ersten paar Kilometer, danach ging es in die Wildnis … zu Wolf und Bär … hinter jeder Tanne lauern sie und von denen hat es deren viele. Die Bäume nehmen teilweise bizarre Formen an mit all dem Schnee und Frost hier oben.

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Foto: Martin
Hätte auf jeden Fall genügend Platz für einen Bär sich dahinter zu verstecken … und der kleine Wolf auf der anderen Seite. Jaja, wenn wir kommen, machen die Beiden sicher gemeinsame Sache – der Eine schläft ja noch halb und der Andere ist ja klein …
Nach ein paar aufregenden Stunden im verschneiten Wald haben wir dann zuverlässig die Hütte gefunden. Hier ging es dann erst mal ans einheizen und wenn das Feuer grad so schön brennt – und wir dem schläfrigen Bär und dem kleinen Wolf entkommen sind – kann man ja auch grad noch einen Servela bräteln zum Apero. So langsam hat uns dann gedämmert, dass wir Joggel Teller und Besteck vergessen haben und ohne das die Teigwaren schwierig zu Essen sind. Kurzerhand haben wir uns aus einem Stück Feuerholz das fehlende Werkzeug selber geschnitzt.

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So sind wir also nicht nur Bär und Wolf entkommen, sondern sind selber auch nicht verhungert. Hat auf jeden Fall tiptop funktioniert.
Am zweiten Tag ging es dann in völlig unwegsamem Gelände weiter. Als wir nach vier Stunden durch den Wald kämpfen erst in der Hälfte waren, war ich mit meiner Geduld am Ende. So habe ich dann Martin dazu überredet, eine Abkürzung zu nehmen und ein Tal früher wieder aufzusteigen, was wir dann auch gemacht haben. Und so kamen wir etwas früher als geplant zurück an unseren Ausgangspunkt. Aber der Rückweg war dann auch nicht ohne. Zwar ohne Bär und Wolf, aber dafür wieder mitten im Nebel.

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War aber trotzdem eine gute Tour und spannend, mal einfach anhand Karte und GPS loszulaufen.
Danach sind wir weitergefahren nach Äkäslompolo. Hier wieder Kontrastprogramm, mit vergleichsweise vielen Menschen … naja … streng genommen hat es einfach ein paar wenige Menschen unterwegs. Wir treffen hier super Langlaufbedingungen an und nutzen diese auch entsprechend.
Wenn ich in meine Wetterapp schaue, dann schein an der Küste Norwegens die Sonne und hier soll es die ganze Woche schneien. So werde ich mich dann wohl bald auf den Weg nach Norwegen rüber machen.

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