70°N

Also beim letzten Eintrag war ich in Gällivare. Das war nicht so wie vorgestellt. Es hiess zwar es sei alles geöffnet, aber beim näheren betrachten ging dann nur ein Lift von 5, die Sauna ging nur bis 45° und die Loipen waren auch nicht das, was der Plan versprochen hat. Also weiterfahren.
Von Gällivare ging es auf einer absoluten Hammertour nach Kautokeino

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Die Landschaft war anfänglich noch geprägt von viel Wald, der aber so in Szene gesetzt wurde

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Von Schweden her kommend ging es mit einem kurzen Abstecher durch Finnland nach Norwegen, wo ich dann erst mal übernachtet habe, weil es schon eine ganze Weile dunkel war. So hab ich auch nicht wirklich gesehen, wo ich stehe. War also spannend, am morgen die Rollos aufzumachen. Eine doch etwas veränderte Landschaft hat sich mir dann gezeigt. Die Bäume sind nicht mehr so hoch, eigentlich fast nur noch Buschwerk und es ist flach. Man würde wahrscheinlich eeewig weit sehen, wenn es nicht leicht schneien würde. Also alles einpacken und weiter gehts. Dann, nachdem ich nun schon Elch, Fuchs und Hase gesehen habe, das erste Rentier … halt, klick, weiterfahren … und da noch eins … halt, klick, weiterfahren … und da noch eins – man, da hat’s ja ganz viele. Auf einmal bemerkte ich, dass vieles, was ich für Buschwerk gehalten habe, eigentlich Rentiere waren – hunderte, die sich durch den Schnee graben um an Wurzeln zu gelangen.

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Ja, ich kann eigentlich schon einen Busch von einem Rentier unterscheiden, aber die Sicht war ja aber auch nicht so toll. Leider hatte es auch einige tote Tiere am Strassenrand. Nicht verwunderlich, denn hier wird munter mit 90 Sachen drauflos gebrettert, auch wenn man auf Eis fährt – vor allem die LKW’s kennen gar nichts. So traurig das ist, es hat auch eine kleine positive Seite. Die toten Tiere waren wieder Nahrung für andere. So habe ich einen Fuchs beim fressen gesehen und diverse Vögel. Naja, kleiner Trost.
Weiter ging es dann nach Alta, was sehr schön zwischen Meer und den verschneiten Hügeln der Finnmarksvidda liegt. Für mich war es das erste Mal, dass ich das Meer zusammen mit Schnee gesehen habe. Sämtliche Seen hier sind ja zugefroren und weiss mit Schnee bedeckt. Das Meer hier … ist noch flüssig … naja, aber ist halt so 😉 … da es vom Golfstrom aufgewärmt wird.

Man merkt das auch an der Lufttemperatur. Nachdem ich nun Tagelang tiefe Minusgrade gehabt habe, ist es hier mit nur wenigen Graden unter Null schon fast mild … wenn es nur nicht so stürmen würde.
Hier in Alta habe ich dann auch das erste schwache Nordlicht gesehen – leider zu schwach für ein Foto – das wird eh noch lustig. Wie fotografiert man ein sich bewegendes Objekt in Dunkelheit? Hmm, da muss ich wohl noch ein bisschen an meiner Kamera rumschrauben.

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3 Gedanken zu „70°N

  1. Hallo Roman
    Tipp, um ein Nordlicht gut zu fotografieren. Fokus auf einen Fixpunkt, z.B. Schneehaufen, Baum etc, um Schärfe einzustellen. Du arbeitest ja mit manueller Einstellung. Da sich die Nordlichter bewegen, wirst du immer gewisse „Unschärfen“ im Bild haben Also such den Kontrast, dann passt das gut mit den Bildern.

    Du bist ja schon weiter wie Tromsoe. Vielleicht treffen wir uns auf deinem Rückweg? Sind dort ab 13.2.-22.2.14

    Gruss
    Susanne und Peter, ohne Duro unterwegs

    • Hallo zusammen
      Vielen Dank für den Tipp, so habe ich es bisher auch versucht, aber wahrscheinlich war es beim letzten Mal wirklich zu schwach, war nur ein ganz feiner Schein.
      Im Moment bin ich in Karasjok – war aber gestern und vorgestern schon am Nordkapp. Vom 1.2. bis zum 8.2. besucht mich ein Kollege und wir fahren in der Zeit durch finnisch Lappland. Am 8.2. „liefere“ ich ihn wieder in Kiruna ab und dann gehts wieder nach Norwegen rüber. Wollte dann auf die Lofoten, aber mal schauen, eventuell mach ich wirklich noch einen Abstecher nach Tromsø. Seid ihr in der Stadt selbst oder ausserhalb?
      Gruss
      Roman

  2. Ich geh mal davon aus dass Du ein Stativ und eine gute Kamera hast. Dementsprechend einfach manuell die Schärfe auf unendlich, Blende so gross wie möglich, je nachdem was Dein Objektiv hergibt kannst Du getrost auf 1.4 gehen und ISO auf max 1’600, dann solltest Du mit einer Belichtung von 30 Sekunden ein schönes Bild hinbekommen, vergiss nicht den Selbstauslöser zu verwenden, sonst verwackelst Du das Bild mit dem Abdrücken.
    Viel Spass!

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