Der Umbau (Teil 1)

Wie schon beschrieben geht es im Moment um den Innenausbau von meinem Wohnmobil. Warum überhaupt? Nun, der Vorbesitzer des Fahrzeuges hat den Innenausbau schon gemacht. Dieser entsprach aber in folgenden Hauptpunkten nicht meinen Bedürfnissen:

  • Sehr grosse Ladefläche und kleiner Wohnraum. Mein Vorgänger ist mit seinem Quad in den Kofferraum des Wohnmobiles gefahren … brauch ich definitiv nicht … was zur Folge hatte, dass der Wohnraum relativ klein und ungemütlich ausgefallen ist.
  • Der Vorgänger war nur im Sommer unterwegs, was zwar dem Fahrzeug gut tut, aber halt eben auch nur halb so viel Spass macht. Das heisst, es musste einiges betr. Isolation und Heizung gemacht werden.

Das sind nun die beiden Hauptpunkte, welche mich dazu bewogen haben, eine Umbauaktion zu starten. Hier noch ein paar Bilder vom Ursprungszustand.

20131215-173046.jpg
Unter dem Leopard – sorry – unter dem Bett sieht man den Eingang zur Ladehalle …
Ebenfalls ein Dorn im Auge waren mir die grossen Kästen, welche sehr hoch angeordnet sind – ergibt insgesamt ein kopflastiges Fahrzeug, was nicht gut ist. Also weg damit.

20131215-173418.jpg
Das nicht mehr gebrauchte Holz von Türen, Tablaren, usw. hatte schon ein grosses Gewicht.

Schnell hat sich gezeigt, dass der Umbau keine leichte Angelegenheit wird. Alles ist eng zusammengebaut und wenn man als Beispiel das Bett abbauen will, muss man aber zuerst die Kästchen abbauen, da wiederum muss man aber zuerst die Küchenzeile halb abbauen, und und und.
Dann ging es an die Konstruktion des Bettes. Ursprünglich war der Plan, ein Bett zu bauen, welches als Einzel-, als Doppelbett und als Liegesessel verwendet werden kann. Uff. Im Prinzip hat meine Lösung ja auch funktioniert, war aber eine ziemliche Klemmerei, da ich die einzelnen Elemente des Bettes nicht richtig führen konnte.

20131215-174342.jpg
Das Bild oben zeigt den Zustand als Einzelbett. Die obere Matratze konnte man Hochklappen – auf der unteren Matratze konnte man dann aufrecht sitzen und zusammen mit einem Rückenpolster war dies dann der Liegesessel. Um das Doppelbett aufzubauen konnte man die untere Matratze anheben, nach vorne ziehen und die hintere Matratze wieder runterklappen. Wie gesagt, im Prinzip hat’s funktioniert ;-).
Nach ein paar weiteren Versuchen habe ich dann den Punkt „Liegesessel“ gecancelt. Auf der Suche nach einem einfachen Prinzip um schnell von einem Einzel- zu einem Doppelbett zu kommen habe ich einmal auf meine ineinander verschränkten Finger geschaut … das ist das Resultat:

20131215-175345.jpg
Ich habe zwei günstige Lattenroste – danke Ikea – so modifiziert, dass ich sie ineinander schieben kann – von Doppelbett zu Einzelbett und umgekehrt. Das tut ganz gut. Die Roste sind zudem hinten mit einem Scharnier versehen, so dass man sie vorne anheben kann um unterhalb des Bettes etwas verstauen zu können. Diese Funktion ist aber nicht Bestandteil der aktuellen Bauphase – sonst komm ich hier ja gar nie vom Acker ;-).
Es ist teilweise zum davonrennen, wieviele Dinge man beachten muss. So habe ich die Lattenroste mehrfach ausgemessen und zugesägt – mal hat es Einzel gepasst, aber für das Doppelbett nicht und umgekehrt. Das nur ein Beispiel. Ein anderes Beispiel wär die Geschichte von der Gasflasche, welche innerhalb einer Stunde im Durchmesser mehrere Zentimeter zugenommen hat, und sich somit nicht mehr wechseln liess … aber lassen wir das. ;-). Irgendwann kommt die eh weg – Gasflaschen im Auto sind mir nicht geheuer. Heizen kann ich im Moment ja mit schon mit Diesel, und das Ziel ist, Diesel auch zum Kochen zu verwenden.
So sind wir bereits beim Thema Heizung und Isolation. Ich will ja ab Januar in den arktischen Winter nach Skandinavien. Karasjok im Norden von Norwegen hatte ja schon mal -28 Grad Celsius gemeldet gehabt und selbst -40 Grad soll keine Seltenheit sein. Also muss eine gute Heizung her und die Isolation von meinem (böse Zungen haben dem auch schon Bofrost Kühlwagen gesagt) Kabäuschen verbessert werden.
Wie schon gesagt, habe ich aus diesem Grund eine Diesel-Standheizung einbauen lassen (danke Andreas). Nun möchte ich aber auch die Motorabwärme während dem Fahren dazu nutzen um die Kabine sozusagen gratis Heizen zu können. Dafür habe ich mir folgende Schaltung überlegt:

20131215-181516.jpg
Im Motorkreislauf wird entweder durch die Standheizung und/ oder durch den Motor das Kühlwasser erhitzt, welches die Wärme an einen Wärmetauscher abgibt.
Auf der Wohnkabinenseite zapfe ich die Wärme ebenfalls mit Kühlwasser ab und führe dieses mittels Umwälzpumpe zu verschiedenen Heizkörpern im Wohnbereich und zu einem Warmwasserboiler.

20131215-183301.jpg
Mit diesem erhalte ich heisses Wasser zum Spülen und Duschen. Zusätzlich besitzt der Boiler auch eine elektrische Zusatzheizung. Mit dieser kann der Prozess umgekehrt ablaufen, wenn man zum Beispiel auf einem Campingplatz an 230V eingesteckt hat – to be tested … ;-). Mit einem Temperaturschalter steuere ich die Umwälzpumpe der Kabine und kann so die Temperatur einstellen.

20131215-182524.jpg
Damit Wärme auch im Fahrzeug bleibt und nicht die Umgebung mitgeheizt wird habe ich an den Wänden eine zusätzliche Isolationsschicht angebracht. Zusätzlich habe ich die Kältebrücken in den Ecken mit einer zusätzlichen Schicht eingepackt.

20131215-183038.jpg
Die Isolation wird dann wieder mit einer hellen Verkleidung eingepackt – im Moment herrscht grad ein bisschen Höhlenfeeling … ;-).

Wenn dann das gemacht ist, geht es weiter. So müssen die Sitzgruppe und die Heizkörper noch verkleidet werden und diverse kleinere Arbeiten. Die werden komischerweise immer mehr als dass sie abnehmen … so explodiert meine Taskplanung bald noch mehr …

20131215-183557.jpg
Nächste Woche geht es weiter – mal schauen, was noch alles zum Vorschein kommt :-).

Zurück von Nepal – wie geht es weiter?

Ja, Nepal ist nun schon einige Zeit her, die Eindrücke werden aber noch lange nachwirken. Wie geht es nun weiter mit meinem Sabbatical?

Eigentlich wär ich jetzt schon seit zwei Wochen am Endausbau von meinem Camper. Aber Leider haben die benötigten Teile länger für die Herstellung gebraucht und so steht das Wohnmobil noch immer beim Mech in der Werkstatt. Montiert wird ein doppelt so grosser Tank für eine Reichweite von über 1000km und eine zusätzliche Standheizung für Motor und Innenraum – damit ich in Skandinavien nicht festfriere.

Da wären wir auch schon beim Thema – Skandinavischer Winter mit Wohnmobil, Skiern und hoffentlich Aurora Borealis – Nordlichter. So ganz grob steht meine Reiseroute schon. So geht es von Winterthur aus in der Mitte von Schweden hoch, dann rüber nach Finnland und dann ganz in den Norden zum Nordkapp in Norwegen. Zurück geht es über die Lofoten und einigen Abstechern nach Schweden via Norwegen zurück in die Schweiz. Hier noch kurz eine Liste der Orte: A Winterthur – B Dessau – C Göteborg – D Östersund – E Jokkmokk – F Rovanjemi – G Ivalo – H Kittilä – J Kautokeino – K Karasjok – L Kirkenes – M Nordkapp – O Kiruna – P+Q Lofoten – U Oppdal – V Geilo – W Winterthur.

Bild

 

Die Wetterstation in Karasjok meldet schon mal frostige -28°C und folgende Warnungen:

Bild

 

Na dann muss ich in den nächsten Tagen wohl noch eine Schicht Isolationsmaterial im Camper anbringen 😉